Berlin : 14 Jahre und kein bisschen leise

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Von Tanja Buntrock

Es ist soweit, heute unter dem Motto „Access Peace“ („Zugang zum Frieden“) startet wieder die größte Techno-Party der Welt. Mit Temperaturen um 28 Grad soll es eine warme, sonnige 14. Love Parade werden. 45 Wagen beschallen ab 14 Uhr auf der Straße des 17. Juni die Raver mit elektronischen Hammerschlägen und rhythmischem Zirpen. Mit etwa einer Million Teilnehmer rechnen die Veranstalter in diesem Jahr. 2000 Mitarbeiter werden im Einsatz sein, hinzu kommen ebenso viele Polizisten. Die Teilnehmer der Love Parade seien – entgegen einem Hinweis auf Anschlagsdrohungen vor einigen Wochen – nicht gefährdet, bestätigt der Sprecher der Polizeidirektion 3, Peter Daube.

Verlaufen soll sich in dem Gedrängel niemand. In diesem Jahr werden einige der Ordner auch in der Umgebung des Tiergartens postiert, in der Nähe der Wohngebiete, um verirrte oder zu laute Raver zur Strecke zurückzugeleiten.

Um größeren Schäden vorzubeugen, haben Mitarbeiter des Grünflächenamtes Mitte bereits vorgestern die Liguster-Hecke an der Siegessäule entfernt. Sie wird in einer Baumschule im Grunewald eingelagert. Später werden die Pflanzen dort wieder eingepflanzt, wo die Raver Löcher in die Hecken getreten haben, erklärt Harald Büttner, Leiter des Straßen- und Grünflächenamtes Mitte. So genannte Container-Pflanzen kommen künftig die die Stelle im Rondell an der Siegessäule, wo die Liguster-Hecke stand. Sie seien bei kommenden Paraden einfacher zu entfernen und später wieder an ihren Standort zurückzubringen. Im gesamten Tiergarten haben die Gärtner Bauzäune um neue Pflanzen gezogen, „zum einen, damit die Raver dort nicht hindurchtrampeln, aber auch, damit die Pflanzen nicht gestohlen werden“, sagt Büttner. Die Kosten übernimmt der Veranstalter.

Eindringlich warnt Büttner davor, im abgelegenen Gehölz des Tiergartens zu campen. Obwohl die Mitarbeiter seit dem Unwetter vom Mittwoch ununterbrochen im Einsatz sind, hänge immer noch allerlei totes Holz in den Bäumen, das auf die Zelte niederfallen könnte. Außerdem sei das Campen im Tiergarten ohnehin verboten. Bei einer so großen Veranstaltung könnten die Behörden jedoch nicht alle Ecken des Parks kontrollieren, gesteht Büttner. Im Park vom Schloss Charlottenburg, bislang ein beliebter Zeltplatz für Raver, bleiben die Tore wegen des Unwetters bis Montag geschlossen. „Hier sind 40 Bäume entwurzelt, alles ist voller Äste“, sagt Michael Seiler, Gartendirektor der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg. „Das Sicherheitsrisiko ist einfach zu groß.“

Doch niemand muss auf der Straße schlafen. Anders als in den vergangenen Jahren gibt es noch Betten in allen Preislagen. Die Nachfrage war im Vorfeld der Parade wesentlich geringer als 2001, und damals kamen weniger Raver, weil es im Streit um den Paraden-Termin viele Absagen gegeben hatte.

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