Berlin : 14. Mai 1978

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Vor 25 Jahren berichteten wir über den Streit um Baupläne an Stadtseen

BERLINER CHRONIK

In Wilmersdorf werden zur Zeit Bebauungspläne aufgestellt, bei denen man schon jetzt mit erheblichem Widerstand der Betroffenen rechnet. Es geht um die UferGrundstücke südlich des Diana-, Koenigs-, Hertha- und Hubertussees und westlich des Halensees – hier will der Bezirk auf Grund der noch vom Bausenator festzusetzenden Bebauungspläne Uferstreifen von mindestens drei bis vier Metern aufkaufen, um mit öffentlichen Wegen, Spielplätzen und Ruhezonen den Blick auf das Wasser auch für Nicht-Anlieger möglich zu machen. Der größte Teil dieser Grundstücke ist jetzt noch in Privatbesitz – sollte der Bausenator tatsächlich die Bebauungspläne festsetzen, wäre es möglich, die für die Bezirkspläne notwendigen Uferstreifen für den Fall zu enteignen, daß die Besitzer sich weigerten, zu verkaufen. „Eine sehr unangenehme Sache“, findet man im Stadtplanungsamt. Mit der schnellen Realisierung des Vorhabens ist demnach schon wegen der Länge des Festsetzungsverfahrens und der erwarteten „Fülle von Widersprüchen“ nicht zu rechnen. Immerhin soll in den kommenden Wochen der erste der insgesamt acht Bebauungspläne ausgestellt und in den Tageszeitungen per Anzeige vorgestellt werden.

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