Berlin : 14 Tote im Altenheim - Ermittlungen gegen Berliner Bäckerei

Die Berliner Staatsanwaltschaft ermittelt gegen eine Berliner Bäckerei wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung. Das bestätigte Justizsprecherin Michaela Blume am Montag auf Anfrage. Es bestehe der Verdacht, dass die Bäckerei mit Samonellen versetztes Gebäck an vier Seniorenheime in Berlin geliefert habe. Im zeitlichen Zusammenhang mit der Lieferung seien 14 Menschen gestorben. 222 Senioren seien an Lebensmittelvergiftungen erkrankt. Nach Angaben von Blume ist aber bisher weder geklärt, ob die Bäckerei tatsächlich die Verantwortung für infizierte Waren trage noch die viel wichtigere Frage, ob die Todesfälle in dieser Zeit wirklich auf Salmonellen zurückgingen.

Die Staatsanwaltschaft prüfe zunächst unter anderem, ob die Bäckerei ihre Sorgfaltspflicht verletzte, sagte Blume weiter. Den Angaben nach handelte es sich bei dem Gebäck um Eclair ("Liebesknochen"). Das Bezirksamt Schönenberg habe im August 1999 eine Strafanzeige gegen die Bäckerei wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Lebensmittelgesetz erstattet, sagte Blume weiter. Die seit August laufenden Ermittlungen dauerten voraussichtlich noch mehrere Monate an. Erst jetzt sind sie offenbar auf den Verdacht der fahrlässigen Tötung ausgeweitet worden.

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