Berlin : 15 Bäder sind vier Monate lang zu

Neues Konzept für die Sommerschließzeiten der Schwimmhallen

Constance Frey

In diesem Sommer werden jetzt 15 Schwimmhallen vier Monate lang geschlossen bleiben, zwölf weitere für zwei Monate. Ursprünglich wollten die Bäderbetriebe alle 37 Hallenbäder bis auf zehn vom 1. Mai bis 31. August schließen. Die Betriebskosten seien zu hoch, so die Begründung. Doch nach Protesten der Sportverbände und mehreren Gesprächen gibt es nun ein neues Konzept, das am Mittwoch im Sportausschuss des Abgeordnetenhauses behandelt wird. Zusätzlich zu den zehn geöffneten Bädern werden zwölf weitere erst am 11. Juni schließen und am 16. August wieder öffnen. Eine „Minimallösung“, wie Bäderchef Klaus Lipinsky sagt. „Aber es ist kein Geld da. Wir müssen uns auf das unbedingt Notwendige reduzieren.“

„Das geht an die Substanz“, sagt Dietmar Bothe, Sprecher des Landessportbundes Berlin. Manuel Kopitz vom Berliner Schwimmverband sieht die Kontinuität des Vereinssports gefährdet. „Wir können uns nicht auf die Wettkämpfe vorbereiten.“ Im Schwimmverein „Berliner Wasserratten“ wollen Guido Kersten und seine Mitarbeiter in den kommenden Wochen einen neuen Belegungsplan für den Sommer ausarbeiten. „Langfristig suchen wir Möglichkeiten auch außerhalb der Bäderbetriebe“, sagt der erste Vorsitzende. „Wir haben schon überlegt, ob wir ein eigenes Schwimmbad bauen.“

Da in der Sommerzeit das Hallenpersonal in den Freibädern eingesetzt wird, übernehmen die Vereine für ihre Belegzeiten wie bisher die Aufsicht. Wer diese beim Schulsport übernimmt – Lehrer oder Beschäftigte der Bäderbetriebe – muss noch geklärt werden. Die Diskussionen zwischen den Bäderbetrieben und den Verbänden betreffen auch die Auswertung der Nutzung in den Hallen. Nach anfänglichen Protesten hatten sich die Betriebe und die Vereine darauf geeinigt, die Schwimmer in den Vereinsbahnen gemeinsam zu zählen.

Inzwischen sind die Zählungen abgeschlossen und weitestgehend ausgewertet. Genaue Zahlen sind frühestens nach einer neuen Besprechung zwischen Bäderbetrieben und Verbänden zu erwarten, so Klaus Lipinsky. Nur so viel steht fest, einige Vereine haben aufgrund der Zählergebnisse bereits Belegzeiten zurückgegeben. „Es gibt Änderungsbedarf“, sagt Klaus Lipinsky. Wer diesen Sommer wo schwimmen kann, soll bis Mitte Februar feststehen. Bis dahin wird noch diskutiert.

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