Berlin : 15 Jahre für Entführer gefordert

Kerstin Gehrke

Die beiden Entführer des Geltower Gastwirtssohnes Matthias Hintze sollen nach dem Willen der Staatsanwaltschaft insgesamt für 15 Jahre hinter Gitter. Es bestehe kein Zweifel daran, dass die Angeklagten auch im Fall der Entführung des 50-jährigen Computerhändlers Alexander Galius die Täter waren, zeigte sich der Ankläger gestern vor dem Berliner Landgericht überzeugt.

Zum Thema Newsticker: Aktuelle Meldungen aus Berlin und Brandenburg Doch in dem seit Mai laufenden Prozess sind auch aus Sicht der Anklage Fragen offen geblieben. Die wichtigste sprach Elfrieda Galius an. "Ich will nur wissen, wo mein Mann ist", bat sie inständig. Alexander Galius ist seit Juni 1997 spurlos verschwunden. "Ich wende mich gerade an Dich, Slava", sagte die Frau, "weil in Deinen Augen vielleicht etwas Menschliches ist." Doch Orlow schwieg. Er und Serow hatten im Berliner Prozess die Vorwürfe pauschal bestritten und dann die Aussage verweigert.

Im Potsdamer Prozess hatten die beiden Russen die Entführung Hintzes gestanden. Der 20-Jährige war im September 1997 aus seinem Elternhaus entführt worden. Er erstickte qualvoll in einem Erdloch. "Ich habe nicht den geringsten Zweifel, dass auch Alexander Galius in einem Erdloch den Tod fand", sagte der Staatsanwalt.

Serow und Orlow waren im Juni 1999 im Prozess um die Hintze-Entführung zu jeweils 14 Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt worden. Im Fall Galius verlangte der Staatsanwalt jeweils 14 Jahre Haft. Beide Strafen seien zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von 15 Jahren zu verbinden. Für den 5. November sind die Plädoyers der Verteidigung geplant.

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