Berlin : 15 Millionen WM-Fans kamen nach Berlin

Tourismus-Experte zieht Fazit vor dem Finale – am Sonntag spielen die Sportfreunde Stiller für die Fans

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Die Fußball-Weltmeisterschaft hat Berlin nach ersten Schätzungen rund 15 Millionen Besucher beschert. „Die WM war ein absoluter Glücksfall“, sagte der Chef der Berlin Tourismus Marketing GmbH (BTM), Hanns Peter Nerger, der Deutschen Presse-Agentur. Im Schnitt waren die Hotels zwar nur zu 60 Prozent ausgelastet gewesen („ein Trauerspiel“), am letzten Wochenende der WM immerhin seien die Häuser zu 90 Prozent ausgebucht. Am Sonntag, 20 Uhr, findet im Olympiastadion das Endspiel zwischen Frankreich und Italien statt. Nach Angaben der WM-Organisatoren werden mehr als eine Milliarde Menschen das Spiel schauen – und somit auch auf Berlin.

Auch aus den USA hat die BTM Erfreuliches zu vermelden: In einer Umfrage sei Berlin zum „Top Summer Party Spot“ gewählt worden, weil die Stadt eine „lebhafte Nightlife-Szene aus Underground- Clubs, Biergärten und über-coolen Lounges“ biete, wie die BTM aus der Umfrage zitiert. Berlin liege damit vor beliebten Reisezielen wie etwa Ibiza.

Und der Ansturm der Touristen soll in an diesem Wochenende noch einmal ansteigen, trotz des Wetters. Das liege nach Einschätzung von BTM-Chef Nerger auch am Auftritt der deutschen Nationalmannschaft, die sich am Sonntag, 12 Uhr, bei den Fans für die Unterstützung bedanken wird. ARD und ZDF übertragen live.

Wie der Senat gestern mitteilte, werden die Fußballer gemeinsam mit der Rockband „Sportfreunde Stiller“ auf der Bühne stehen. Die Münchner hatten die WM-Hymne des Sommers geschrieben: „54, 74, 90, 2006“. Wenn die Sportfreunde am Sonntagmittag auf der Bühne spielen, werden sie ihren Song leicht abändern – in „54, 74, 90, 2010“. Dann findet die Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika statt. Aus diesem Anlass feierten gestern rund 800 Menschen im Kreuzberger Tempodrom, darunter auch UN-Generalsekretär Kofi Annan.

Damit all die Staatsgäste, wie etwa Südafrikas Präsident Thabo Mbeki, am Sonntagabend das WM-Finale im Olympiastadion sehen können, wird derzeit der „VVIP“-Sektor (Very Very Important Person) auf 300 Personen erweitert. Nach Angaben von Sportsenator Klaus Böger (SPD) stehen Berlin zwölf Eintrittskarten für das Finale zur Verfügung. „Die Ehrenhalle platzt leider aus allen Nähten“, sagt der Vizepräsident des WM- Organisationskomitees (OK), Horst R. Schmidt. „Aber wir haben für unsere Gäste bisher immer eine Lösung gefunden.“ Zu den 300 besonders wichtigen (und besonders gut bewachten) Gästen kommen weitere 1200 Personen hinzu, die ebenfalls von den WM-Organisatoren eingeladen wurden. Insgesamt sitzen am Sonntag 69 000 Zuschauer im Olympiastadion.

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