Berlin : 15 Minuten für den Behördengang

Bürgerämter sollen effektiver werden

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In den Bürgerämtern von Friedrichshain Kreuzberg warten die Kunden am längsten, in Marzahn-Hellersdorf sind sie besonders zufrieden, und in Pankow arbeiten die Behörden am kostengünstigsten. Das sind drei Ergebnisse der bisher größten Befragung von Kunden und Mitarbeitern in den Berliner Bezirksämtern. Gestern wurde die Studie präsentiert – auf der ersten Fachtagung der Bürgerämter im Rathaus Schöneberg.

Zweck von Untersuchung und Tagung ist, die Ämter durch Erfahrungsaustausch auf einen einheitlich – hohen – Standard zu bringen. Ekkehard Band (SPD), Bürgermeister von Tempelhof-Schöneberg nannte als Ziel „ein Bürgerbüro statt Ämterhopping“ plus Call-Center, um den Bürgern Wege und den Mitarbeitern Routineanfragen zu ersparen. Weiteres Ziel: eine Viertelstunde Wartezeit. Laut der Studie warten die Bürger in Friedrichshain- Kreuzberg zurzeit fast 50 Minuten. In Reinickendorf werden sie schon nach drei Minuten bedient. Nach Angaben von Bezirksbürgermeisterin Marlies Wanjura (CDU) verteilt sich der Andrang sehr ungleich: Während es in der zentral gelegenen Teichstraße immer voll sei, gelte die Außenstelle Ruppiner Chaussee als Geheimtipp. „Ich brauche ein mobiles Bürgerbüro“, sagte Wanjura. 15 solcher „Büros“ – Koffer mit Laptop, Kasse und Datensender – will das Land anschaffen.

Die Anfang Oktober installierte neue Software funktioniert nach Angaben von Dietmar Wisotzky, Direktor des Landesamtes für Bürger- und Ordnungsangelegenheiten, „hervorragend“. Die Nutzer machten allerdings andere Erfahrungen. Nach der Einführung hatten sich die Wartezeiten in manchen Ämtern drastisch verlängert. obs

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