Berlin : 150 Schüler sahen bei Prügelei zu

16-Jähriger auf Kreuzberger Schulhof überfallen – Polizei fuhr mit Großaufgebot vor

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Ein Großaufgebot der Polizei beendete gestern Mittag eine Prügelei in der FerdinandFreiligrath-Hauptschule in der Kreuzberger Bergmannstraße. Sieben Fremde hatten einen 16-Jährigen abgepasst und auf dem Gehweg eine Schlägerei begonnen – vor 150 schaulustigen Schülern. Die etwa 15 bis 22 Jahre alten Schläger, vermutlich Araber, konnten flüchten, als sich vier Funkstreifen und zwei Mannschaftswagen mit Blaulicht näherten. Waffen wurden nicht eingesetzt. Das 16-jährige Opfer wurde leicht verletzt.

Da von den Tätern gute Beschreibungen vorliegen, hofft Polizeirat Thomas Dublies, der Leiter des zuständigen Abschnitts 52, die Täter bald zu ermitteln. Das türkische Opfer und ein Zeuge wurden am Nachmittag auf der Wache in der Friesenstraße befragt.

Nach Angaben der Schulleiterin Hildburg Kagerer hatte es schon am Mittwoch zwischen dem Opfer und einem anderen Schüler eine Rangelei um ein angeblich geklautes Telefon gegeben. Letztlich sei es aber ein Streit um die Frage gewesen, „wer hat den Hut auf, wer ist der Stärkere“, sagte Kagerer. Als am Donnerstag dann die siebenköpfige Gruppe gegen 12.45 Uhr auf dem Schulgelände auftauchte, rief die Schulleiterin sicherheitshalber die Polizei. Doch die Schlägerei begann erst um 13.20 Uhr – zu dieser Zeit war die Polizei schon wieder abgerückt. Offensichtlich haben die Schläger gewartet, bis die letzte Stunde vorbei war – und sie so möglichst viele Zuschauer hatten.

Hildburg Kagerer betonte, dass Gewalt kein Thema in ihrer Schule sei, es gebe auch kein Arsenal von beschlagnahmten Waffen wie an anderen Schulen. Die Polizei bestätigte, dass die Schule bislang nicht auffällig gewesen sei. Schulsenator Klaus Böger teilte gestern mit, dass es im ersten Schulhalbjahr 160 Gewalttaten gab. Im gesamten Schuljahr davor wurden 254 Vorfälle registriert, davon 26 mit Waffen. Ha

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