Berlin : 150 Tonnen Edelstahl gestohlen Firma schon im August Ziel von Dieben

Berlin - Vermutlich Profis haben aus einer Lagerhalle an der Buckower Chaussee etwa 150 Tonnen Edelstahl im Wert von mehreren 100 000 Euro gestohlen. Die Täter brachen am Wochenende das Tor zum Firmengelände und die Lagerhalle auf. Ungestört luden sie die Rollen mit Edelstahlbändern (sogenannte „Collis“) auf mitgebrachte Lastwagen und fuhren davon. Ein Mitarbeiter der Mariendorfer Firma hatte am Sonntagabend die Polizei alarmiert. Von dem Gelände der Firma Nirosan waren bereits Anfang August aus derselben Fabrikhalle rund 100 Tonnen Edelstahl gestohlen worden. Auch dieser Fall ist von der Polizei noch nicht geklärt worden. Die Firma Nirosan produziert aus diesen Bändern Edelstahlrohre.

Offenbar lässt sich das Metall gut zu Geld machen, vermutlich sind die Diebe damit ins benachbarte Ausland gefahren. Da auf einen Lastwagen etwa 20 Tonnen passen, müssen die Diebe entweder sechs Mal gefahren sein oder über sechs Fahrzeuge verfügen. Wie beim ersten Diebstahl benutzten sie zum Aufladen der tonnenschweren Collis die Gabelstapler von Nirosan. Wie es in der Firma hieß, seien nach dem ersten Einbruch „technische Vorkehrungen“ installiert worden, die eigentlich einen weiteren Diebstahl verhindern sollten. Details wurden nicht genannt. Der Geschäftsführer der Firma wollte gestern keine Stellungnahme abgeben. Die Polizei sicherte auch am Montag noch Spuren auf dem Gelände.

Nach Polizeiangaben hat der Diebstahl von Metallen aller Art wegen der stark gestiegenen Rohstoffpreise zugenommen. Im ersten Halbjahr gab es bereits 526 Diebstähle von Buntmetall, 2009 waren es im ganzen Jahr 718 Fälle. Und die Diebe werden immer dreister. So muss die Bahn immer wieder Strecken vorübergehend sperren, weil Diebe Kabel aus Kupfer abschrauben. Gestern nahm die Bundespolizei nahe Schwedt zwei Männer fest, die an der Strecke Berlin - Stralsund 60 Meter Kupferkabel gestohlen hatten.

Selbst bei der Buckower Kleinbahn, die nur am Wochenende einen Museumsbetrieb zwischen Müncheberg und Buckow anbietet, wurden an drei Werktagen im Juni insgesamt 1400 Meter Fahrleitung gestohlen – unbemerkt von Anwohnern. Der Schaden: 100 000 Euro. Ha

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