Berlin : 1500 Berater suchen ein Büro

Trotz guter Zusammenarbeit mit Bezirken: Berlins Arbeitsagentur hat noch Koordinationsprobleme

Anja Casper

Nachdem Arbeitsagenturen und Bezirksämter in der vergangenen Woche einen Kooperationsvertrag verabschiedet haben, der die Zusammenarbeit bei der Umsetzung der Arbeitsmarktreformen erleichtern und serviceorientierte Job-Center schaffen soll, gibt es bei der Umsetzung noch Schwierigkeiten.

„Momentan wird das Personal mit der Software vertraut gemacht“, erklärt Konrad Tack von der Agentur für Arbeit in Berlin Süd/Südwest. Kann die Software am 4. Oktober nicht in Betrieb genommen werden, könnte die Verzögerung nur durch erhebliches Zusatzpersonal behoben werden. Auch der Rücklauf der Anträge auf das neue Arbeitslosengeld II läuft nur schleppend. 70 Prozent aller Anträge hat die Bundesagentur bereits verschickt, lediglich 8,5 Prozent seien bisher zurückgekommen.

Von den 3000 benötigten Arbeitskräften sind bereits 939 von der Bundesagentur für Arbeit in Berlin besetzt. Wie viele Angestellte von den Bezirksämtern dazu kommen, ist noch offen. Ramona Schröder von der Agentur für Arbeit in Mitte, geht davon aus, das man die Hilfe von Dritten in Anspruch nehmen müsse.

Ungeklärt ist das Budget der Arbeitsgemeinschaften aus Bezirksämtern und Arbeitsagenturen, momentan wird mit 620 Millionen Euro für Berlin gerechnet. Auch neue Liegenschaften müssten angemietet werden. Fest steht bereits, dass Job-Center im Arbeitsamt in der Rudower Chaussee in Treptow-Köpenick sowie im Arbeitsamt in der Wolframstraße im Bezirk Tempelhof-Schöneberg eingerichtet werden. Relativ sicher ist die Wiederbelebung des alten Arbeitsamtes Süd in der Sonnenallee in Neukölln. Auch für den Bezirk Mitte würde der Standort Charlottenstraße, der auch von Friedrichshain-Kreuzberg genutzt werden würde, nicht ausreichen. Insgesamt müssen noch 1500 Mitarbeiter untergebracht werden.

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