Berlin : 16 Jahre Haft für Kinderschänder

Angeklagter soll danach in Sicherungsverwahrung kommen

-

Mit 16 Jahren und sechs Monaten Gefängnis muss Kinderschänder Frank H. die Vergewaltigung und schwere Misshandlung von sieben Mädchen büßen. Außerdem ordnete das Berliner Landgericht gestern Sicherungsverwahrung an. Der 26jährige H. sei sexuell auf kleine Mädchen fixiert und habe einen Hang, solche Straftaten zu begehen, begründeten die Richter. Sie versuchten, das Leid, das er seinen Opfern zufügte, in Worte zu fassen. „Die Kinder waren hilflos während der Taten und sind es im Nachhinein.“

Frank H. saß geduckt auf der Anklagebank, den Blick auf den Boden geheftet. Er hatte vor den Richtern sieben Taten und einen weiteren Fall gestanden. Fast eifrig sprach der gelernte Stahlbetonarbeiter, der zuletzt als Friedhofsgärtner tätig war, über die Übergriffe in Neukölln und Kreuzberg zwischen Juni 1999 und September 2002. Meist hatte er die Kinder mit Geschichten von kleinen Kätzchen auf Dachböden oder in Keller gelockt. Mit einem Messer zwang er sie, sich auszuziehen. Er missbrauchte und vergewaltigte seine Opfer, die acht, neun oder zehn Jahre alt waren. Ein Mädchen war so schwer verletzt, dass es operiert werden musste. Fast immer hatte er seinen Opfern die Augen verbunden. „Er wollte nicht in ihre erschreckten Augen schauen“, sagte der Richter. Frank H., der seit seinem 16. Lebensjahr gezielt kleine Mädchen ansprach und an einer Persönlichkeitsstörung leide, habe das Vertrauen der Kinder missbraucht. „Sie werden das ein Leben lang mit sich herumtragen.“ Sie werden fast alle noch therapeutisch betreut.

Im Urteil steht, die Prognose für Frank H. sei „verheerend“. Der Angeklagte hatte angekündigt, dass er sich kastrieren lassen wolle. Aus Sicht der Richter ist das für ihn die einzige Chance, je wieder frei zu kommen. Die höchstmögliche Freiheitsstrafe von 15 Jahren konnte im Falle des Kinderschänders überschritten werden, weil er nach der ersten Vergewaltigung wegen Diebstahls rechtskräftig verurteilt wurde. K.G.

» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben