Berlin : 16 Jahre Haft für Vergewaltiger Gericht ordnet Sicherungsverwahrung an

Bei neun nächtlichen Überfällen demütigte, misshandelte und beraubte er seine Opfer. Drei junge Frauen hatte Ali K. mit einem Messer bedroht und vergewaltigt, eine vierte sexuell genötigt. Auch Paare griff der 25-Jährige an. Er wollte nicht nur Geld für Drogen, sondern auch „Macht und Dominanz“ gegenüber den Opfern demonstrieren, hatte ein Gutachter befunden. Das Landgericht verurteilte den Libanesen gestern zu insgesamt 15 Jahren und neun Monaten Gefängnis. Die Richter ordneten zugleich Sicherungsverwahrung an.

Das hohe Strafmaß setzt sich aus sieben Jahren und neun Monaten plus acht Jahren zusammen. Zwei Strafen wurden verhängt, weil der geständige Mann zwischen den Taten bereits wegen Drogenbesitzes zu einer Bewährungsstrafe verurteilt wurde. Das war im September. Wenige Stunden später setzte er seine Serie von Überfällen fort, die im Juni 2006 begonnen hatte. Die Richter gingen nun von zwei Tatkomplexen aus.

In Kreuzberg und Neukölln hatte sich der Familienvater auf die Lauer gelegt. Zwischen Juni und Oktober vorigen Jahres griff er seine Opfer von hinten an oder zerrte sie vom Fahrrad. Wie im Lohmühlenpark. Hier stieß der Gewalttäter eine Frau vom Rad, die sich verfahren hatte und versehentlich in den menschenleeren Park gelangt war. Er setzte ihr ein Messer an die Kehle, vergewaltigte sie und raubte schließlich ihr Geld. Eine weitere Radfahrerin wurde zwei Monate später im selben Park Opfer des Libanesen. Sie erlitt eine Schädelprellung.

Selbst vor zwei jungen Frauen, die in Begleitung ihrer Männer waren, machte der Täter nicht halt. Ein Pärchen aus seiner Nachbarschaft hatte Ali K. vor seinen Augen zum Sex in der eigenen Wohnung gezwungen. Bei diesem Überfall hinterließ der Vorbestrafte Fingerabdrücke, die zu seiner Festnahme führten. Das Urteil entsprach im Wesentlichen dem Antrag der Anklage. K. G.

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