• 16 Millionen für den "Mäusebunker": Charité darf das Bettenhochhaus in Mitte sanieren

16 Millionen für den "Mäusebunker" : Charité darf das Bettenhochhaus in Mitte sanieren

Für die Sanierung des Bettenhochhauses in Mitte hat die Charité jetzt Planungssicherheit. Der Aufsichtsrat gibt auch die Planungsmittel für den neuen „Mäusebunker“ frei. Der Wirtschaftsplan 2011 wurde aber verschoben.

Die Sanierung der Charité kann beginnen. Die ersten 16 Millionen Euro sind bewilligt.
Die Sanierung der Charité kann beginnen. Die ersten 16 Millionen Euro sind bewilligt.Foto: dapd

Für die Sanierung des Bettenhochhauses in Mitte hat die Charité jetzt Planungssicherheit. Der Aufsichtsrat des Universitätsklinikums beschloss am Freitag einstimmig, dass die Bauplanungsmittel (rund 16 Millionen Euro) schrittweise zur Verfügung gestellt werden. „In einem finanziell schwierigen Umfeld ist ein außerordentlich wichtiger Durchbruch erzielt worden“, erklärte Bildungssenator Jürgen Zöllner (SPD) nach der Sitzung.

Damit kann die Charité die notwendigen Aufträge erteilen, um die 185 Millionen Euro teure Sanierung des Bettenturms zu beginnen und auf das gleiche Grundstück einen Anbau für Operationssäle und Intensivstationen zu setzen. Der Aufsichtsrat gab außerdem die Planungsgelder für den Neubau einer Forschungseinrichtung für experimentelle Medizin (FEM) frei, den Ersatzbau für den sogenannten Mäusebunker in Steglitz. Die Baumittel dafür werden aber erst dann freigegeben, wenn anhand geprüfter Bauplanungsunterlagen sichergestellt ist, dass die insgesamt geplanten Sanierungsmittel für Bettenhochhaus und Forschungseinrichtung tatsächlich reichen.

Die Verabschiedung des Wirtschaftsplans der Charité für 2011 wurde vom Aufsichtsrat auf Februar nächsten Jahres verschoben. Senator Zöllner erwartet in diesem Zusammenhang, dass der Vorstand des Universitätsklinikums „am Ziel einer schwarzen Null festhält“. Beschlossen wurde auch, die Zusammenarbeit zwischen Charité und dem ebenfalls landeseigenen Krankenhauskonzern Vivantes, etwa im Einkauf, zu forcieren. Das soll beiden Unternehmen Einsparungen bis zu 45 Millionen Euro bringen.

Grundlage der Aufsichtsratsbeschlüsse war eine Vorlage des Charité-internen Finanzausschusses. Mit den Entscheidungen ist Finanzsenator Ulrich Nußbaum (parteilos) sehr zufrieden. Er betonte die Einigkeit mit dem Senatskollegen Zöllner. Das war in Sachen Charité nicht immer so. Zum Wirtschaftsplan 2011 sagte Nußbaum, bis Februar habe der Charité-Vorstand „die Chance darzulegen, wie er die finanziellen Probleme in eigener Regie in den Griff bekommen will“. Aktuell sei er froh, so Nußbaum, dass dem Klinikum entgegen der Befürchtungen doch keine Liquiditätsengpässe entstehen und keine zusätzlichen Kredite aufgenommen werden müssten.

Die Charité hatte kürzlich mitgeteilt, dass im kommenden Jahr nicht mit einer ausgeglichenen Bilanz, sondern mit 20 Millionen Euro Schulden gerechnet werden müsse. Daraufhin eskalierte der Streit zwischen Finanzsenator Nußbaum und Charité-Chef Karl Max Einhäupl. Nußbaum warf dem Vorstandschef der Klinik fehlende Managementqualität vor.

Die Fusion der Labore der beiden landeseigenen Großkliniken wurde vom Abgeordnetenhaus am Donnerstag beschlossen. In wenigen Wochen soll die gemeinsame Tochter „Labor Berlin – Charité Vivantes GmbH“ mit der Arbeit beginnen. An zwölf Standorten in der Stadt entsteht das größte Kliniklabor Europas. hah/za

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