Berlin : 18. Juli 1981

Vor 25 Jahren gab es Verdruss um eine Telefonzelle

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Im allgemeinen nützlich, schafft selbst eine Telefonzelle im Einzelfall Verdruß. Darum geht es in einem schon länger andauernden Rechtsstreit, der auch gestern der Mieterin einer in der Seegefelder Straße in Spandau gelegenen Wohnung noch keine Gewißheit bracht, ob sie diese Jahreszeit ungestört auf ihrem Balkon erleben darf. Nicht nur das Geräusch laufender Motoren, sondern auch höchst Privates aus dem Mund der Telefonkunden dringt in das Ohr der Frau, seit die Post ein Telefonhäuschen nur fünf Meter von ihrem Ruheplatz entfernt aufstellte. Allerdings zeigt sich jetzt ein Hoffnungsschimmer für die Gepeinigte: das Oberverwaltungsgericht entschied, daß die Post sich erneut Gedanken über den Standort des Ärgernisses machen muß. Die Belange der Klägerin seien nämlich in dem für solche baulichen Einrichtungen nach dem Telegraphenwegegesetz erforderlichen Planfeststellungsverfahren nicht berücksichtigt worden.

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