Berlin : 18. Juni 1977

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BERLINER CHRONIK

Zwischen Erlenstämmen glitzert in der Ferne das Wasser der Krummen Lanke. Eigentlich gehören diese Bäume, genau wie die Weiden, zur natürlichen Vegetation der Grunewaldseen. Aber sie sind selten geworden, weil sie feuchte Auen brauchen; und die gibt es kaum noch zwischen Havel und Clayallee. Im Langen Luch und am Riemeisterfenn etwa ist noch eine Erinnerung an den ursprünglichen Erlenbruchwald erhalten geblieben. Sonst ist die Landschaft ringsum über weite Strecken gewaltsam verändert und teilweise auch unter der Last des Ausflugsverkehrs bereits so zerstört, daß sie nur schwer zu retten sein wird. Das ist das Fazit eines Gutachtens, in dem im Auftrag der Senatsbauverwaltung die Erholungsgebiete im Südwesten Berlins untersucht worden waren. Der Grunewald mit seiner Seenkette, der Düppeler Forst und die Hochfläche Gatow-Kladow wurden unter geo-ökologischen Aspekten begutachtet. Dabei wurde festgestellt, daß das ökologische Gleichgewicht – die natürlichen Beziehungen von Tieren und Pflanzen zu Boden- und Umweltverhältnissen – weitgehend verloren gegangen und die Landschaft stellenweise extrem gefährdet ist.

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