19 Bewerber für Berlins Polizeiführung : Entscheidung soll im Herbst fallen

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Zumindest über eine reichliche Auswahl kann sich der CDU-Innensenator Frank Henkel freuen: Insgesamt 19 Kandidaten bewerben sich für das Amt des Berliner Polizeipräsidenten, davon arbeiten oder leben 16 in Berlin. Damit liegt die Zahl weitaus höher als bei der ersten – kläglich gescheiterten – Suche nach einem Polizeipräsidenten. Eine Entscheidung ist für Herbst dieses Jahres avisiert, hieß es in Henkels Verwaltung.

Die 2008 gegründete zentrale Bundespolizeibehörde sitzt in Potsdam. In den vergangenen Monaten ist die Behörde aber durch gezielte Indiskretionen ins Gerede gekommen. Die Gerüchte verdichten sich, dass sich das Bundesinnenministerium sowohl vom Präsidenten Matthias Seeger trennen will.

Als potenzieller Nachfolger von Seeger gilt der Chef der Berliner Bundespolizei, Klaus Kandt, verlautete aus dem Bundesinnenministerium.

Für die amtierende Vizepräsidentin Margarete Koppers (50) dürfte dies eine gute Nachricht sein. Denn mit Kandt wäre einer der Favoriten aus dem Rennen. Kandts Ruf ist ausgezeichnet, der erst 51-Jährige soll auch Henkels erste Wahl sein. Im Dezember hatten sich beide getroffen, zu dieser Zeit hatte der Senator geprüft, das Amt direkt zu besetzen. Aus Gründen der Rechtssicherheit war jedoch eine neue Ausschreibung gestartet worden. Bleibt Kandt bei der Bundespolizei, steigen die Chancen für Koppers. Auch sie hatte sich erst bei der zweiten Ausschreibung beworben. Und beamtenrechtlich gilt: Je höher der Dienstrang, desto besser qualifiziert ist der Kandidat. Neben Kandt verfügt Koppers über den zweithöchsten Dienstrang im Polizeidienst, sie trägt drei Sterne an der Uniform. Die beiden anderen bislang bekannten Bewerber um den Posten, Klaus Keese und Michael Knape, haben nur einen Stern.

Wer die weiteren Bewerber sind, darüber schweigt die Innenverwaltung eisern, es werden nicht einmal bekannt gewordene Namen bestätigt. Henkel hatte immer wieder betont: „Wir haben nur noch einen Schuss frei“, noch eine Pleite dürfe es nicht geben. Deshalb agiert die Verwaltung äußerst vorsichtig. Offen ist zum Beispiel, ob sich Udo Hansen wieder beworben hat, möglich wäre dies. Der frühere Bundesgrenzschützer war schon zum neuen Polizeipräsidenten ernannt worden, bis der unterlegene Kandidat Klaus Keese dies vor Gericht gestoppt hatte.

Der Chefposten von Deutschlands größter Polizei ist seit Mai 2011 unbesetzt. Derzeit werden von Bewerbern, „die im öffentlichen Dienst beschäftigt sind oder waren, die Personalakten und aktuelle dienstliche Beurteilungen angefordert“, teilte Henkels Sprecher mit. „Bei anderweitig beschäftigten Personen werden die Bewerbungsunterlagen ausgewertet“ – offensichtlich hat sich auch mindestens eine Führungskraft aus der Privatwirtschaft beworben, dem Vernehmen nach ein Journalist.

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