Berlin : 1971 ging es los

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Die erste Hausbesetzung Berlins begann am 8. Dezember 1971. Junge Leute, Studenten und Polit-Aktivisten besetzen das leer stehende Bethanien-Krankenhaus am Kreuzberger Mariannenplatz und nennen es nach einem von einem Polizisten erschossenen Anarchisten „Georg-von-Rauch-Haus“.

Zehn Jahre später sind im ganzen Land Hunderte einst leer stehende Häuser besetzt, alleine in Berlin zeitweilig fast 170. Sie werden bewohnt von Leuten unterschiedlicher Couleur, die alternative Lebensentwürfe ausprobieren.

Mit harter Hand geht ab 1981 die Berliner Landesregierung gegen Besetzer vor, Innensenator Heinrich Lummer (CDU) lässt ein Haus nach dem anderen räumen. Das provoziert Proteste und Straßenschlachten. Die letzten Berliner Häuser, deren Bewohner sich weigerten, Mietverträge zu unterzeichnen, werden 1984 geräumt.

Zwischen dem Mauerfall 1989 und der Wiedervereinigung 1990 kommt es in Ost-Berlin zu einer neuen Welle von Hausbesetzungen. Vorübergehend sind rund 150 Häuser besetzt.

Nach den Auseinandersetzungen um die Mainzer Straße werden die meisten Besetzer vor die Alternative gestellt: Mietverträge oder Räumung. Bis Mitte der 90er Jahre haben die meisten Häuser Verträge abgeschlossen.

Zurück zu den Wurzeln: Das Gebäude, in dem vor 34 Jahren die Hausbesetzerbewegung ihren Anfang nahm, wird im Sommer 2005 erneut zum Teil besetzt. Bewohner der Yorckstraße 59 werden wegen Mietstreitigkeiten mit dem Besitzer auf die Straße gesetzt. Sie ziehen im Juni in einen nicht genutzten Teil des Bethanien-Gebäudes. Bislang werden sie vom Bezirk dort geduldet. lvt

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