Berlin : 20 Millionen Euro für Behring-Klinik

Helios-Konzern aus Fulda erwirbt Mehrheit und investiert in den Standort

Ingo Bach

Berlin wird zum größten Standort des Fuldaer Klinikkonzerns Helios. Wie berichtet, erwirbt das Unternehmen die Mehrheit an der Zehlendorfer Zentralklinik Emil von Behring. Gemeinsam mit dem zweiten Berliner Standort in Buch beschäftigt Helios damit rund 3900 Mitarbeiter in der Hauptstadt und versorgt jährlich 55 000 Patienten. Damit ist Berlin der weitaus wichtigste Krankenhaussitz innerhalb des 24 Kliniken umfassenden Konzerns. Dieser Fakt dürfte erneut eine Debatte darüber auslösen, die Konzernzentrale vom hessischen Fulda nach Berlin zu verlagern. Diese Idee war 2001 schon einmal aufgekommen, als Helios die Bucher Kliniken kaufte.

Über den Kaufpreis für die Zentralklinik wurde Stillschweigen vereinbart. Nach Tagesspiegel-Informationen handelt es sich um eine Summe zwischen 20 und 30 Millionen Euro. Ein Teil der Vereinbarung ist auch die Auflage, einen zweistelligen Millionenbetrag in das Klinikum zu investieren. Mindestens 20 Millionen Euro seien dafür nötig, heißt es. Unter anderem will der Konzern bis spätestens 2006 die Lungenklinik Heckeshorn an das Haupthaus verlagern.

„Die Patienten profitieren nun auch in Zehlendorf von unseren hohen Qualitätsstandards“, sagte der Hauptgeschäftsführer von Helios, Ralf Michels, dem Tagesspiegel. Dazu gehöre eine Verbesserung der so genannten Hotelleistungen, also zum Beispiel der Zimmerausstattung und Verpflegung. Wichtiger aber sei die medizinische Versorgungsqualität. Tatsächlich ist Helios einer der wenigen deutschen Klinikbetreiber, die Daten zum Beispiel zu den Komplikationen bei Behandlungen und Daten zur Sterblichkeit veröffentlichen. „Bei uns werden alle Patienten medizinisch gleich gut behandelt, egal ob privat oder Kasse“, sagt Michels.

Für die 1250 Mitarbeiter der Behring-Klinik ändert sich zunächst nichts. Helios steigt in die bestehenden Verträge ein, auch das Verbot von betriebsbedingten Kündigungen bis Ende 2005 bleibt unangetastet. Derzeit verhandelt das Unternehmen jedoch mit den Gewerkschaften über einen konzernweit gültigen Haustarifvertrag.

Der unterlegene Mitbieter um die Behring-Klinik, die Rhön-Klinikums-AG aus Neustadt/Saale, will weiterhin in Berlin ein Krankenhaus kaufen. „Unser Interesse an einem Standort in der Hauptstadt ist ungebrochen“, sagte Rhön-Vorstandsmitglied Joachim Manz.

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