• 2005 zum Fußball mit elektronischem Ticket Olympiastadion wird ab diesem Herbst umgerüstet

Berlin : 2005 zum Fußball mit elektronischem Ticket Olympiastadion wird ab diesem Herbst umgerüstet

André Görke

Obwohl die Sanierungsarbeiten am Olympiastadion vor etwas mehr als einem Monat beendet wurden, wird die Sportstätte ab Herbst erneut zur Baustelle. Während das Stadion schon heute den Ansprüchen der Fußball-WM 2006 genügt, wird der Außenbereich nun neu gestaltet. „Jetzt rüsten wir das Ticketsystem um“, sagte Jürgen Kießling, der WM-Beauftragte Berlins, dem Tagesspiegel.

In sechs Wochen beginnen die Arbeiten für das neue WM-Zugangssystem. Bis April kommenden Jahres sollen diese Arbeiten beendet sein, heißt es in Baukreisen. Außerdem soll das Stadion als weitere Sicherheitsmaßnahme einen neuen dritten Eingang erhalten. Dieser soll nördlich des Maifeldes entstehen.

Heute Abend, wenn die deutsche Nationalmannschaft gegen Brasilien nach sieben Jahren erstmals wieder ein Länderspiel in Berlin austrägt, werden die Zuschauer noch Papiertickets in der Hand halten und sie von einem Ordner abreißen lassen. Spätestens bei der WM 2006 wird alles anders sein. Die Zuschauer müssen mit einer kleinen Plastikkarte an einem Sensor vorbeilaufen. In die Plastikkarte wird ein Chip integriert, auf dem gespeichert ist, ob der Zuschauer ins Stadion darf. Er zieht die Karte im Abstand von 15 Zentimetern an einem Lesegerät vorbei – ähnlich wie an der Supermarktkasse – und tritt durch ein Drehkreuz. Diese werden in Berlin hinter den derzeitigen Kassenhäuschen stehen; die Gebäude an sich werden keinen Zweck erfüllen. Sie dürfen aus Denkmalschutzgründen nicht abgerissen werden.

Im internen Pflichtenheft des Fußball-Weltverbandes steht: „Am Drehtor ist eine Signalanlage (Farben Grün, Rot, Gelb) vorzusehen.“ Eine weitere Vorgabe neben dieser Ampel-Regelung lautet: Das System muss spätestens ein Jahr vor der WM 2006 im Spielbetrieb reibungslos funktionieren. Also bei Hertha BSC.

Das Bieterverfahren beim Senat steht kurz vor dem Abschluss, in „spätestens sechs Wochen“ rücken die Arbeiter an, heißt es in der Baubranche. Im WM-Etat der Stadt Berlin sind die Kosten von „bis zu vier Millionen Euro“ eingeplant. Der WM–Beauftragte Kießling will diese Zahlen nicht kommentieren, sagt aber, „dass wir kurz vor dem Baubeginn stehen“. Das neue Ticketsystem sei nicht nur Pflicht, sondern auch „sinnvoll, um den gestiegenen Sicherheitsanforderungen gerecht zu werden“. Auf den Tickets sind persönliche Daten gespeichert; ob weitere Sicherheitsmerkmale wie etwa der Fingerabdruck gespeichert werden, ist unklar.

Ein Teil der WM-Karten kann zwar schon ab Januar 2005 gebucht, allerdings erst kurz vor dem Turnierbeginn ausgehändigt werden – damit die Chips auf den Eintrittskarten vorher nicht geknackt werden, heißt es beim WM-Organisationskomittee.

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