• 21-jähriger springt von Autobahnbrücke und wird von Lastwagen überrollt - zehnjähriges Kind erleidet einen Schock

Berlin : 21-jähriger springt von Autobahnbrücke und wird von Lastwagen überrollt - zehnjähriges Kind erleidet einen Schock

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Nur einen Tag nach dem Selbsttötungsversuch eines 21-jährigen Mannes durch einen Sprung von der Spandauer-Damm-Brücke in Charlottenburg hat sich gestern Nachmittag ein Mann durch einen Sprung von derselben Brücke umgebracht. Er starb noch am Unfallort. Das Opfer konnte bisher nicht identifiziert werden.

Der Unbekannte kletterte gegen 14.10 Uhr über das Geländer der Autobahnbrücke und sprang etwa zehn Meter in die Tiefe auf die mittlere der drei nach Norden führenden Fahrbahnen. Er stürzte vor den Wagen eines 42-jährigen Berlin-Besuchers aus Mülheim (Ruhr). Dessen erst zehn Jahre alte Tochter, die auf dem Beifahrersitz saß, erlitt einen Schock. Die Feuerwehr brachte sie in ein Krankenhaus.

Der Selbstmörder wurde anschließend von einem nachfolgenden Kieslaster überrollt. Der Fahrer eines weiteren Lastwagens konnte im letzten Augenblick anhalten. Dennoch kam für das Opfer jede Hilfe zu spät. Während der Bergungsarbeiten wurde der nach Norden führende Teil der Stadtautobahn für rund 50 Minuten gesperrt. Dabei kam es nicht nur auf der Autobahn zu erheblichen Staus. Auch auf den Nebenstraßen, auf die viele Autofahrer ausgewichen waren, kam es nach Auskunft eines Polizeibeamten zu "fast chaotischen Zuständen".

Durch neugierige Autofahrer und Gaffer auf der Gegenfahrbahn, die langsam fuhren, um erkennen zu können, was geschehen war, kam es dort ebenfalls zu Verkehrsbehinderungen und zu einem Auffahrunfall. Bei diesem war nach Auskunft eines Polizeisprechers allerdings nur Blechschaden zu verzeichnen.

Das Motiv des Brückenspringers war gestern noch nicht geklärt. Die Polizei schließt nicht aus, dass er bei der Art, aus dem Leben zu scheiden, eine Tat vom Montag als Vorbild genommen hatte. Wie berichtet, war ein 21-jähriger Mann von derselben Brücke auf die nach Süden führende Autobahnseite gesprungen. Er überlebte den Sprung mit einem Beckenbruch und liegt derzeit im künstlichen Koma.

In Treptow versuchte in der Nacht zu gestern eine 30-jährige Frau, sich ebenfalls das Leben zu nehmen. Aufgrund von Problemen mit ihrem Lebenspartner fuhr sie mit ihrem Wagen auf dem Sterndamm gegen einen Baum und rammte dann eine Bronze-Statue. Dabei überschlug sich der Wagen und blieb 30 Meter weiter auf dem Dach liegen. Die Frau kam mit einer Gehirnerschütterung davon. Im Krankenhaus wurde von der Angetrunkenen eine Blutprobe genommen. Zuvor hatte die Frau gegenüber ihrem 22-jährigen Freund die Selbsttötungsabsicht angekündigt. Dieser fuhr ihr noch nach, konnte aber nicht mehr eingreifen. Er musste den Unfall aus rund 300 Metern Entfernung mit ansehen.

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