Berlin : 22. Dezember 1977

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Vor 25 Jahren berichteten wir:

BERLINER CHRONIK

1978 wird die Berliner Philharmonie 15 Jahre alt sein – noch immer aber weiß in der Senatsbauverwaltung niemand mit wirklicher Bestimmtheit zu sagen, wann sie ihre endgültige Fassade erhalten kann. Inzwischen sei zwar eine technisch mögliche Lösung erarbeitet, Materialprobleme behinderten aber ihre Verwirklichung. Geplant ist – entsprechend den Vorstellungen des verstorbenen Architekten der Philharmonie, Scharoun – ein PyramidenstumpfRelief aus Aluminium, goldeloxiert, das mit einer Abdeckung aus glasfaserverstärktem Kunststoff versehen werden soll. Dieser Kunststoff bereitet aber die Sorgen. Jahrelang stand die Bauaufsicht seiner Verwendung im Wege; sie beanstandete eine mangelnde Feuersicherheit. Jetzt haben namhafte Firmen ein Material geschaffen, das solche Bedenken unnötig macht, doch traten neue Schwierigkeiten auf: Der Kunststoff könnte, befürchten Fachleute, schon nach wenigen Jahren den ästhetischen Ansprüchen nicht mehr gerecht werden, eventuell gar seine Lichtdurchlässigkeit verlieren. Vier Millionen Mark sind für sämtliche Fassadenarbeiten veranschlagt. Noch im Jahr 1972 waren es 1,5 Millionen Mark gewesen, Anfang 1977 wurde von drei Millionen gesprochen. Man hegt die Hoffnung, in den Theaterferien 1978 die Fassadenverkleidung ausführen zu lassen zu können.

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