Berlin : 22. September 1977

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Vor 25 Jahren berichteten wir:

BERLINER CHRONIK

Das Problem der Schattengestalten am Bahnhof Zoo soll nicht länger allein auf den Schultern des Bezirksamtes Charlottenburg lasten. Der Bezirk war als Feuerwehr eingesprungen, als die Sorgen immer brennender wurden, aber es war klar, daß ihm auf die Dauer auch andere Helfer zur Seite stehen müßten. Die Arbeiterwohlfahrt hat sich nun als Träger der Beratungsstelle Bahnhof Zoo beworben. Ihr Vorsitzender meinte auf die Frage, wieviel Mitarbeiter er dort im Milieu der Hilf- und Ratlosen, der Alkoholiker und Drogenabhängigen, der Stadtstreicher und Gammler, Prostituierten, kleiner und größerer Krimineller für notwendig halte: „20 Leute“. Die Arbeiterwohlfahrt denkt an sechs hauptamtliche Sozialarbeiter, die aber durch ehrenamtliche Kräfte aus dem Verband unterstützt werden sollen. Die Ehrenamtlichen werden als ein Stück Bindeglied zwischen dem Sozialarbeiter und dem Hilfebedürftigen betrachtet. Hierin liegt eine der Stärken der freien Wohlfahrtspflege. Die Arbeiterwohlfahrt wird sich in Zoo-Nähe nach Räumlichkeiten umsehen, denn die Sozialarbeiter des Bezirksamtes Charlottenburg müssen bisher ihre Beratungsgespräche im Stehen in der Bahnhofshalle führen.

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