Berlin : 23. Mai 1977

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BERLINER CHRONIK

Durch Kreuzberger Straßen und Hinterhöfe zog eine absonderliche, nahezu hundertköpfige Wandergruppe. Äußerlich zwar nicht gerade Wanderern ähnlich, konnte die Gruppe am Ende ihres Marsches dennoch eine beachtliche Leistung vorweisen: sechs Stunden Fußmarsch durch Kreuzbergs Sanierungsgebiet SO 36, das Quartier rund um den ehemaligen Görlitzer Bahnhof. Eingeladen hatte die Projektkommission des Wettbewerbs „Strategien für Kreuzberg“. Erstmalig in der West-Berliner Sanierungsgeschichte sind hier 34 Bürger aus unterschiedlichen sozialen Gruppen, ferner Bezugspersonen im Quartier, Aktionsgruppen und Verwaltungsangehörige in einem Gremium zusammengefaßt, das die für die Sanierung eingereichten Vorschläge prüfen, bewerten und dann eine Auswahl vornehmen soll. Welche Aufgaben auf die an der Sanierung Beteiligten zukommen, konnte auf dieser Wanderung gleich an Beispielen diskutiert werden: Entkernung und Begrünung trostloser Hinterhöfe, Vergrößerung und bessere sanitäre Versorgung von Wohnungen, Erhaltung und Renovierung Kreuzberger Baudenkmäler oder die Erhaltung eines typischen Straßenzuges wie der Lübbener Straße.

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