Berlin : 24 Stunden alles genau im Blick

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Die Videokamera beobachtet jetzt auch in der S-Bahn das Verhalten der Fahrgäste. Zunächst hat die S-Bahn GmbH zwei Wagen mit Kameras ausgestattet, die seit Anfang April auf den Gleisen unterwegs sind. Seither hat es in diesen Wagen keine Beschädigungen gegeben, sagte S-Bahn-Sprecher Ingo Priegnitz. Der Versuch soll neun Monate laufen. Ende des vergangenen Jahres hatte bereits die BVG mehrere Wochen lang den Einbau von Kameras in Bahnen und Bussen getestet. Auch sie hatte dabei einen Rückgang der Vandalismusschäden festgestellt. Die Bahn AG setzt in ihren neuen Zügen für den Regionalverkehr vom Typ GTW 2/6, die von Ende Mai an fahren sollen, ebenfalls Kameras im Fahrgastraum ein. Auch private Busunternehmen verwenden Kameras als "verlängertes Auge" des Fahrers.

Die BVG hat ihre Ankündigung, weitere Fahrzeuge mit Kameras auszustatten, bisher allerdings nicht umgesetzt. Die erste Versuchsphase ist abgeschlossen. Vor dem weiteren Einbau in je 50 Busse und Straßenbahnen mit Kosten in Höhe von rund einer Million Mark wolle man klären, wie die aufgezeichneten Bilder als Beweis vor Gericht verwertet werden können, sagte BVG-Sprecherin Barbara Mansfield.

In Bussen und Straßenbahnen zeichnete der Fahrer "anlassbezogen" die Bilder der Kamera auf, bei der U-Bahn wurden sie zur Leitstelle übertragen. Die S-Bahn speichert nach Angaben von Priegnitz die Aufnahmen im Wagen. Werden später Schäden festgestellt, wertet man die Aufnahmen gezielt aus. Ansonsten werden sie nach 24 Stunden durch neue Bilder ersetzt. Dies sei mit den Datenschützern abgesprochen. Eine Übertragung zur Leitstelle ist derzeit noch nicht möglich.

Alle Fahrzeuge mit Kameras sind gekennzeichnet. Die S-Bahn wirbt dabei mit dem Slogan "24 Stunden alles im Blick". Den Umgang mit Kameras in Fahrzeugen des Nahverkehrs und auf öffentlichen Plätzen soll ein neues Datenschutzgesetz regeln, das in diesem Jahr verabschiedet werden soll.

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