Berlin : 24 Stunden für Robbie Williams angestanden

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Die ganz Harten kamen schon am Sonntagmorgen. „Wir stehen hier seit 24 Stunden“, sagt eine junge Frau, die mit zwei Freunden aus Frankfurt am Main angereist ist und am Montagmorgen trotz durchgemachter Nacht noch überraschend frisch aussieht. Als um 10 Uhr die Vorverkaufsstelle an der MaxSchmeling-Halle in Prenzlauer Berg öffnet, reicht die Menschenschlange einen Block weiter. Hunderte Robbie-Williams-Fans aus ganz Deutschland und ein paar aus dem Ausland sind gekommen, um eine der 7500 Karten für das einzige Konzert zu ergattern, das der britische Popstar im Oktober zur Präsentation seiner neuen CD im Velodrom geben will. Andere versuchten ihr Glück über das Kartentelefon – zumeist erfolglos.

Der Preis von knapp 100 Euro pro Karte schreckt die Fans nicht. „Ich habe 100 Euro Sprit verfahren, um hierher zu kommen, und für das Konzert werde ich nochmal 100 Euro Sprit verfahren“, sagt Alexander Ritter aus Bamberg – „da würde ich auch 200 Euro für die Karte hinlegen“. Ritter ist 28, von Beruf Koch und hat sich den Robbie-Williams-Virus bei seiner Freundin Melanie Ribka geholt. Die 26-Jährige verehrt den Popstar seit seinen Tagen bei der Boygroup Take That, erzählt sie, und schwärmt davon wie „supersexy“ der Sänger ist. Die Nacht haben sie sich damit verkürzt, Lieder ihres Idols zu summen, Titel wie „Feel“ oder „Angel“, die Melanie Ribkas Favoriten sind, oder Swingtitel im Sinatra-Stil, die Alexander Ritter besonders gefallen. Andere haben sich mit Sekt und Bier bei Laune gehalten und sehen Montag früh recht verkatert aus.

Nach rund 40 Minuten sind alle Karten ausverkauft, bei der Schmeling-Halle ebenso wie anderen Vorverkaufsstellen. „Die waren in ein paar Minuten weg“, berichtet eine Verkäuferin, viele Fans mussten ohne Karten wieder abziehen. Besonders enttäuscht war der Spandauer André Eichert. Er berichtet, dass ihm vergangene Woche bei der Spandauer Theaterkasse gesagt wurde, er könne dort Monta früh Karten bekommen. Ab ein Uhr stand er an der Kasse an – um im Morgengrauen vom Besitzer zu erfahren, dass der doch keine Karten habe. Daraufhin machte sich Eichert auf den Weg zur Schmeling-Halle – wo er erst an die Reihe kam, als alle Tickets weg waren. lvt

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