Berlin : 25 Jahre für den Frieden

Das Anti-Kriegs-Museum feiert Jubiläum

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Tommy Spree hat eine Harke in der Hand, die Arbeitshandschuhe sind braun von Erde. Am Revers seines Jackets glänzt ein Stecker, der ein zerbrochenes Gewehr zeigt. Auch die Skulptur „Das Gewehr zerbrechen“ wiederholt diese Geste des Friedens. Spree steht vor dem Anti-Kriegs-Museum und schmückt es mit ein paar Rosen fürs Jubiläum: Vor einem Vierteljahrhundert wurde es in Wedding neu gegründet – da soll es auch ein wenig festlich zugehen.

„Für Menschen 20 Pfennig – für Soldaten frei“, stand noch am ersten Anti-Kriegs-Museum, das von Ernst Friedrich 1925 in der Parochialstraße in Mitte gegründet worden war. 1933 wurde Friedrich von den Nationalsozialisten verhaftet und sein Museum in eine Folterkammer der SA umgewandelt. Vor 25 Jahren trat dann sein Enkel Tommy Spree in der Brüsseler Straße 21 mit einem neuen Museum in die Fußstapfen des Pazifisten. Auch er erhebt den Anspruch, aufzuklären und Konflikte zu verhindern. „Im Krieg gehen alle menschlichen Werte verloren“, sagt der pensionierte Geschichts- und Englischlehrer.

Etwa 5000 Besucher jährlich interessieren sich für das Museum, das Tommy Spree mit einer Gruppe aus 25 Mitstreitern betreibt, die teils ehrenamtlich, teils als Ein-Euro-Jobber arbeiten. Zum Jubiläum wurde eine Ausstellung von Karikaturist Klaus Stuttmann in der zugehörigen „Peace Gallery“ eröffnet. Bis August kann sie nun besucht werden. Außerdem wurde das 1935 von Ernst Friedrich verfasste Buch „Vom Friedensmuseum zur Hitler-Kaserne“ neu aufgelegt.

Im Innern des Museums sind Bilder von entstellten Soldaten zu sehen, Kriegsspielzeuge, Karten von den Krisenherden der Erde – in dem kleinen Museum hat sich viel angesammelt in den vergangenen Jahren. Mit Krieg meint Tommy Spree aber nicht nur die großen Konflikte. „Nein, es gibt auch Krieg gegen die Natur, Krieg in der Familie oder Bandenkämpfe.“ Aufklärung sei deshalb so wichtig – damit es erst gar nicht so weit kommt, dass menschliche Werte verloren gehen.mj

Das Museum ist täglich von 16-20 Uhr geöffnet. Anmeldungen unter 45 49 01 10. Eintritt frei; www.anti-kriegs-museum.de

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