Berlin : 25. Juni 1979

Vor 25 Jahren berichteten wir über die Verschickung von Berliner Kindern

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In Schweden sind jetzt Bedenken gegen die seit mehr als 20 Jahren praktizierte Verschickung von Berliner Ferienkindern laut geworden. Es sei unangebracht, kleine Kinder aus WestBerlin im Alter von vier oder fünf Jahren ins Ausland zu schicken, heißt es in der jüngsten Ausgabe der Zeitschrift der schwedischen Sozialbehörde. Die zuständigen Stellen in Deutschland seien mehrfach darauf aufmerksam gemacht worden. Die Kinder hielten sich einige Monate in Familien auf, die meistens nicht Deutsch sprechen. Wegen der sich daraus ergebenden Schwierigkeiten sei mehrfach für Kleinkinder eine psychiatrische Behandlung nötig geworden. In der Pressestelle der Senatsverwaltung für Familie, Jugend und Sport reagierte man mit Überraschung auf die schwedischen Bedenken. Es sei nicht bekannt, welche "Stellen in Deutschland" gewarnt worden seien, und es seien keine derart negativen Erfahrungen mit Verschickungen ins Ausland bekannt. Wenn es in Einzelfällen Schwierigkeiten gebe, die unüberbrückbar erscheinen, werde ein Kind auf dem schnellsten Wege zurückgeholt. Das sei zwei- bis dreimal pro Jahr notwendig. Sprachschwierigkeiten seien dabei aber von geringer Bedeutung.

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