Berlin : 27. Berlin-Marathon: Das Trommelfeuer am "Wilden Eber"

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Sie stehen am "Wilden Eber" und sind stadtbekannt. Jedenfalls weiß fast jeder Marathonbesucher und -läufer sofort Bescheid, wenn der Name des Schmargendorfer Platzes fällt. Dort postieren sich nämlich jedes Jahr die Trommler einer der besten Samba-Gruppen Berlins. Entstanden ist sie aus der Initiative eines Detmolder Lehrers, der ein paar seiner Schüler an der Strecke positionierte, damit sie ihn unterstützen konnten. Daraus wurden im Laufe der Jahre bis zu 25 Trommler, die für Stimmung sorgen. Einige Läufer behaupten sogar, sie seien so laut, dass man am "Wilden Eber" besonders schnell vorbei will. Inzwischen spielt zwar wegen eines Streits um den Ausrüster eine andere Formation an diesem prestigeträchtigen Platz, Magnet für viele Zuschauer sind diese Trommler sowie auch andere Musikgruppen allemal. Das haben auch die Veranstalter erkannt und vor einigen Jahren begonnen, Samba-Gruppen und - zum dritten Mal - 200 Jazzmusiker zu engagieren und gezielt aufzustelle, um so Zuschauer zu locken. Für die so genannten "wilden Gruppen", die früher sogar erwünscht waren, bleibt dadurch zunehmend weniger Platz. Doch das Konzept zeigt Erfolg. Jahr für Jahr strömen mehr Berliner zum Anfeuern an die Strecke. Inzwischen spielen einige Gruppen sogar mit lokalem Kolorit. In Kreuzberg treten deshalb zwei türkische Gruppen auf.

Doch nicht nur musikalisch bieten die Organisatoren vom SCC ein ausgefeiltes Rahmenprogramm. Am Sonnabend ab 9 Uhr 30 können sich auswärtige Teilnehmer beim "Frühstückslauf" vom Schloss Charlottenburg zum Olympiastadion (6 km) beweisen. Um 14 Uhr 30 gibt es dann auf der Marathonmesse (Donnerstag und Freitag, jeweils 12 bis 19 Uhr und Sonnabend 10 bis 20 Uhr) unter dem Funkturm ein "Literatur-Marathon". Autoren lesen dort zum Thema "Laufen". Das obligatorische Nudelessen (14 bis 18 Uhr) und der Sportartikel-Verkauf sowie die medizinische Beratung füllen die Zeit bis um 20 Uhr 30 ein ökumenischer Gottesdienst in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche gefeiert wird.

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