Berlin : 27. Dezember 1977

-

Vor 25 Jahren berichteten wir:

BERLINER CHRONIK

Die ersten Stahlrahmen für dickes Panzerglas sind schon in den Wänden des Moabiter Kriminalgerichtes in der Turmstraße verankert. Rund vier Millionen Mark werden für spezielle Sicherheitsbereiche in Moabit und im Kammergericht am Lietzensee ausgegeben. Wenn dann im März die Arbeiten beendet sind, wird im Zentrum des gut siebzig Jahre alten Justizgebäudes modernes Panzerglas vorherrschen. In diesem Bereich kommen hinter die Fenster von Sälen, Fluren und Beratungszimmern Panzerglasscheiben. Auch zur Innenhalle hin entstehen auf den Korridoren Schleusen aus Panzerglas. Prozeßteilnehmer und Journalisten werden zukünftig eine Tür passieren, es folgt eine Durchsuchung durch die Sicherheitsleute, die nächste Tür wird sich dem Besucher nur öffnen, wenn die erste wieder geschlossen ist. Vor allem der LorenzDrenkmann-Prozeß gab den Anstoß zu den Umbauten. Die massiven Sicherheitsmaßnahmen sollen Anschläge von außen und auch von innen verhindern. Von der Außenfront aus der Turmstraße wäre etwa ein Angriff mit einer Brandflasche zu befürchten, im Gebäude selbst könnten sich Besucher zusammenrotten, die zu anderen Prozessen eingelassen worden sind.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben