Berlin : 28-Jähriger gesteht Rentner-Mord

Amu O. sagt vor Gericht: „Ich bin heiß geworden“

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„Da gibt es nichts zu diskutieren“, sagte der Angeklagte. „Ich bin der Mörder“. Amu O. hat vor neun Monaten den 75jährigen Manfred W. aus Neukölln umgebracht. Er will einen Tipp von einem Imbissbesitzer bekommen haben, dass bei dem Witwer viel Geld zu holen sei. „Ich bin heiß geworden“, gestand der 28-jährige Sohn eines früheren Diplomaten gestern vor dem Berliner Landgericht.

Täter und Opfer kannten sich flüchtig. Der wohnungslose Afghane hatte mehrfach bei einem Nachbarn des Rentners in einem Haus in der Werrastraße übernachtet. Einmal habe er bei Manfred W. geklingelt, um sich Kaffee zu borgen, sagte der Angeklagte. „Er hat ihn mir geschenkt“, meinte O. leise. „Ich habe ihn viel jünger geschätzt“, fügte er hinzu.

Nach „viel Bier“ und dem angeblichen Tipp zog Amu O. eine Wollmütze über den Kopf und legte sich auf die Lauer. Er wusste, dass Manfred W. mit der Zeitung unter dem Arm zu einer bestimmten Zeit nach Hause kommen würde. „Er schloss auf, ich packte ihn“, gestand der Afghane. Als der Rentner am Boden lag, habe er mit einem Messer mehrfach zugestochen. Dann soll er W. ein Kissen aufs Gesicht gedrückt haben. „Ich wollte den Mann nicht töten, ich weiß nicht, was mit mir los war“, meinte der Angeklagte.

Er floh mit rund 1300 Euro Bargeld, etwas Schmuck, einem Opernglas und Schnaps. Die Leiche wurde zwei Tage später gefunden. Nachbarn waren misstrauisch geworden, weil der hilfsbereite Manfred W. ihnen nicht wie üblich die Zeitung brache. Durch Fingerabdrücke am Tatort kam die Polizei O. auf die Spur. Zielfahnder machten den Maler und Lackierer zwei Monate nach der Tat in einer Wohnung in Friedrichshain ausfindig. Der Mord-Prozess wird am Mittwoch fortgesetzt. K. G.

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