Berlin : 30 000 Mark für umstrittenen Lehrer

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Der Berliner Verlag muss wegen Rufschädigung 30 000 Mark an den Lehrer Karl-Heinz S. zahlen. Dies hat das Landgericht entschieden. Der im Berliner Verlag erscheinende "Berliner Kurier" wurde zudem dazu verurteilt, eine Gegendarstellung abzudrucken, wonach S. "weder in einem Buch noch jemals anderen Ortes die Ermordung von sechs Millionen Juden durch das NS-Regime angezweifelt" hat. Das Blatt hatte im Dezember 2000 die Behauptung aufgestellt, dass S. in seinem Buch über die Wehrmachtsausstellung die Ermordung von sechs Millionen Juden anzweifelt. Das Gericht kam zu der Entscheidung, dass S. weder in dem Buch noch im Unterricht Nazi-Verbrechen in Zweifel gezogen habe. Weiter setzte sich das Gericht mit dem Vorwurf eines Schülers auseinander, wonach S. Auschwitz als Arbeitslager bezeichnet habe, "in dem nur wenige Menschen getötet worden seien". Das Gericht folgt der Argumentation von S., der dargelegt hatte, dass Auschwitz erst später zum Vernichtungslager geworden sei. Im übrigen habe S. seinen Schülern mit dem Besuch des Films "Schindlers Liste" die Verhältnisse im KZ Auschwitz "eindringlich" vor Augen geführt. Wie berichtet, ermittelt das Landesschulamt seit einem Jahr gegen S. wegen seiner angeblich rechtslastigen Gesinnung.

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