Berlin : 30 000 Teilnehmer für den Sternmarsch erwartet

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Der morgige Sternmarsch zum Roten Rathaus hat eine verwirrende Vorgeschichte. So verwirrend, dass viele Berliner meinen, es handele sich um eine Initiative der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) gegen die Erhöhung der Unterrichtsverpflichtung für Lehrer. Dabei hat sich die GEW zusammen mit dem Verband Bildung und Erziehung lediglich der Elterninitiative "Aktion Bildung" angeschlossen, die seit einem Vierteljahr den Sternmarsch plant. Unterstützt werden sie von Elternausschüssen und dem DGB.

Gemeinsam ist allen Beteiligten das Anliegen, die schulischen Bedingungen zu verbessern. Bei den Eltern steht ganz oben auf der Forderungsliste die 100-prozentige Unterrichtsversorgung, die Einstellung junger Lehrer, der Erhalt von Schülerclubs und Schulstationen. Dies alles will auch die GEW, die allerdings in erster Linie die Mehrarbeit aufs Korn nimmt. Sie will mit ihren Protesten noch bis April fortfahren: Dann soll das Abgeordnetenhaus den Sparhaushalt festzurren.

Vieles spricht dafür, dass der Sternmarsch große Resonanz erfahren könnte. Auch in der Tagesspiegel-Redaktion vergeht kaum ein Tag, ohne dass sich hier Schüler, Eltern oder Lehrer über die Situation an Berlins Schulen beklagen. Da mahnt eine Schülerin das Fehlen eines Lateinlehrers an, da veröffentlichen Reinickendorfer und Spandauer Elternausschüsse alarmierende Zahlen zum Unterrichtsausfall, ein Pankower Lehrer gibt in einem offenen Brief an den Schulsenator seine "innere Kündigung" bekannt. Die Sternmarsch-Veranstalter hoffen auf 30 000 Teilnehmer.

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