30-Jähriger kommt vor Gericht : Prozess um Missbrauch auf Schultoilette

Nach dem Übergriff auf eine Achtjährige an einer Weddinger Grundschule ist jetzt Anklage gegen den mutmaßlichen Täter erhoben worden.

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Der mutmaßliche Vergewaltiger soll ein ehemaliger Schüler der Humboldthain-Grundschule in Wedding gewesen sein.
Der mutmaßliche Vergewaltiger soll ein ehemaliger Schüler der Humboldthain-Grundschule in Wedding gewesen sein.Foto: dpa

Der Fremde hatte sich auf den Schulhof geschlichen. Er sprach ein Mädchen an, das auf dem Weg zur Toilette war. Der später als „bullig“ beschriebene Mann erkundigte sich nach einem Lehrer. Plötzlich packte er das achtjährige Kind. Es war gegen zehn Uhr, als die Humboldthain-Grundschule in Gesundbrunnen am 1. März Tatort eines Sexualverbrechens wurde. Knapp fünf Monate später wird mit einem 30-Jährigen aus Wedding der mutmaßliche Täter vor Gericht stehen.

Der Prozess gegen Konstantinos M. beginnt nach Justizangaben am 24. Juli. Er zog die Schülerin laut Anklage in eine Kabine und hielt ihr ein Messer an den Hals. Er zwang sie zum Oralverkehr. Sie wehrte sich heftig. Das Messer fiel zu Boden. Sie konnte es mit dem Fuß in die Nachbarkabine stoßen. M. soll das Kind dann gewürgt haben. Als Personen zu hören waren, habe er dem Mädchen Mund und Nase zugehalten sowie ins Gesicht gebissen. Als es wieder still wurde, kam es zu weiteren sexuellen Handlungen. Als sich erneut Personen näherten, gelang der Schülerin die Flucht. Der Täter entkam unerkannt.

Die Schulleitung informierte umgehend die Polizei und alle Eltern. Für psychologische Betreuung wurde gesorgt. Auch im Unterricht sprach man über den Vorfall. Große Unruhe herrschte. Mütter und Väter ließen ihre Kinder nicht mehr alleine zum Unterricht gehen und bewachten das Gelände der Ganztagsschule von früh bis zum späten Nachmittag. Wegen der intensiven Ermittlungen brachte die Staatsanwaltschaft den Fall erst knapp vier Wochen an die Öffentlichkeit. Er löste eine Debatte über die Sicherheit an Berlins Grundschulen aus.

Auf die Spur des mutmaßlichen Täters waren die Ermittler durch dessen Handy gekommen. Eine sogenannte Funkzellenabfrage ergab, dass es zum Zeitpunkt der Tat nahe der Schule eingeloggt war. M. war der Polizei bis dahin wegen Körperverletzung bekannt, Vorstrafen wegen Sexualdelikten aber hat er nicht. DNA-Spuren, die auf der Schultoilette sowie an dem Mädchen gesichert wurden, erhärteten den Verdacht. M., der seit längerem arbeitslos ist, war einst Schüler der Humboldthain-Grundschule. Er soll gestanden und von einer Tat unter Drogen gesprochen haben. Für den Prozess um schweren sexuellen Missbrauch sowie Vergewaltigung sind zwei Tage vorgesehen.

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