• 30-stündige Lesung der Opfernamen am geplanten Holocaust-Mahnmal - Weniger Beteiligung

Berlin : 30-stündige Lesung der Opfernamen am geplanten Holocaust-Mahnmal - Weniger Beteiligung

Eine geringere Beteiligung als in den Vorjahren haben die Veranstalter der Marathon-Verlesung der über 55.000 Namen jüdischer Opfer am Gelände des geplanten Holocaust-Mahnmals in Berlin verzeichnet. Initiator Ralf Melzer von der jüdischen Jugendkampagne gegen Rassismus und Antisemitismus führte dies am Dienstag darauf zurück, dass der weltweit begangene jüdische Holocaust-Gedenktag Jom HaShoah in diesem Jahr in die Osterferien fiel. Außerdem sei zu wenig bekannt, dass sich an der Verlesung, die seit 1996 an wechselnden Orten in Berlin stattfindet, die Bevölkerung beteiligen kann.

Die über 30-stündige Tag-und-Nacht-Veranstaltung unter dem Motto "Jeder Mensch hat einen Namen" hatte am Montagabend begonnen und war bis in die Nacht zum Mittwoch geplant. Zu den ersten Teilnehmern der Berliner Veranstaltung gehörten der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, Andreas Nachama, die PDS-Politiker Petra Pau und Harald Wolf, der SPD-Politiker Klaus-Uwe Benneter, Renate Künast von den Grünen und die Initiatorin des Holocaust-Mahnmals, Lea Rosh. Am Dienstag wurde auch der Schirmherr der Veranstaltung, Bundestagspräsident Wolfgang Thierse, erwartet.

Am Jom HaShoah gedenken die Juden in aller Welt der über sechs Millionen Opfer des Holocaust, zum Teil mit ähnlichen Lesungen wie in Berlin. Gelesen wurde aus einem 1453 Seiten umfassenden "Gedenkbuch Berlins der jüdischen Opfer des Nationalsozialismus" mit den Namen der Opfer von Aal bis Zyzman. Das Buch enthält so weit verfügbar auch die Geburtsdaten, Geburtsorte, letzte Berliner Anschriften, Transportdaten, Deportationsorte und Todesdaten. 1933 lebten etwa 160.000 Juden in der Reichshauptstadt. Über 90.000 von ihnen wurden in die Emigration gezwungen, nur einige Tausend überlebten das Dritte Reich in Berlin.

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