Berlin : 3000 Mark Geldstrafe für Wiederholungstäter

Klaus Kurpjuweit

Die S-Bahn will gegen ertappte Sünder schärfer vorgehen - Namensmissbrauch nimmt zuKlaus Kurpjuweit

Die S-Bahn will in dieser Woche nicht nur verstärkt Schwarzfahrer jagen, sondern gegen die ertappten Sünder, etwa 20 000 im Monat, auch schärfer vorgehen. Zu den 60 Mark, die als "erhöhtes Beförderungsentgelt" fällig werden, kommt dann auch ein Strafantrag. Rigoroser vorgehen will die S-Bahn gegen notorische Schwarzfahrer, gegen Fahrgäste, die mit einem gefälschten Fahrschein unterwegs sind, und gegen Ertappte, die einen falschen Namen angeben.

Der Namensmissbrauch nehme zu, sagte gestern Gerd-Peter Willbrandt. Schwarzfahrer, die den Kontrolleuren keinen Ausweis vorlegen können - oder wollen -, müssen ihre Personalien selbst auf einem Formular angeben, einschließlich Unterschrift. Wer dabei schummelt, begehe eine Urkundenfälschung, machte S-Bahn-Justitiar Andreas Zylka deutlich. Die Kontrolleure sollen bei einem Verdacht in Zukunft den Bundesgrenzschutz einschalten, der sich den Ausweis vorlegen lassen darf - zur Not auch zu Hause. Stimmen die Angaben nicht, ist eine Anzeige fällig. Bei der BVG notieren die Kontrolleure die Angaben selbst und lassen sie dann telefonisch vom Landeseinwohneramt bestätigen. Bei Zweifeln schaltet auch die BVG die Polizei ein, die diese Angaben ebenfalls auch zu Hause kontrolliert.

Missbräuchlich benutzte Namen würden von den Verkehrsbetrieben nur gespeichert, wenn die Betroffenen damit einverstanden sind, versichern BVG und S-Bahn. Die Betriebe wollen bei einer Wiederholung eines falsch benutzten Namens mit einer Speicherung der Daten sofort reagieren können.

Ein Problem sind auch gefälschte Fahrscheine. Fünf bis zehn Anzeigen gebe es deshalb durchschnittlich in der Woche, sagte Willbrandt. Weniger ins Gewicht fallen dagegen notorische Schwarzfahrer mit einem Anteil von etwa einem Prozent bei den Sündern. Das Fahren ohne Fahrschein kann teuer werden. Andy S., der innerhalb von sieben Monaten sechs Mal "ohne" ertappt wurde, erhielt eine Geldstrafe in Höhe von 3000 Mark.

Auch bei säumigen Zahlern des "erhöhten Beförderungsentgelts" will die S-Bahn verstärkt die Gerichte einschalten. 13 000 Fälle gab es im vergangenen Jahr. Durch den Wechsel zu einem anderen Inkassounternehmen wird es für die Ertappten allerdings billiger. Das alte Unternehmen verlangte für die 1. Mahnung bereits zusätzlich 82,50 Mark an Gebühren. Jetzt werden bei der 1. und 2. Mahnung jeweils nur 6,50 Mark fällig. Die S-Bahn lässt sich sogar auf Ratenzahlungen ein.

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