• 31-Jähriger starb nach Festnahme durch die Polizei Rauschgift als Todesursache? Vorwürfe gegen Beamte

Berlin : 31-Jähriger starb nach Festnahme durch die Polizei Rauschgift als Todesursache? Vorwürfe gegen Beamte

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Nach dem Tod eines 31-jährigen Mannes, der am Montagabend in Neukölln in Polizeigewahrsam gestorben war, haben Bekannte des Toten schwere Vorwürfe gegen die beteiligten Beamten erhoben. Der mehrfach vorbestrafte und als Rauschgiftkonsument bekannte Abbas Atris hatte Zeugen zufolge auf der Sonnenallee Passanten bedroht, eine Frau vom Fahrrad gestoßen und versucht, einer anderen Frau die Handtasche zu entreißen. Als er sich gegen drei herbeigerufene Polizisten zur Wehr setzte, fesselten diese ihm die Hände auf den Rücken und legten ihn auf den Boden. Kurz darauf setzte die Atmung des Mannes aus. Der Notarzt konnte wenig später nur noch seinen Tod feststellen. Die Obduktion ergab nach Angaben der Polizei, dass Atris’ Rauschgiftkonsum mit seinem Tod in Verbindung steht. Die Beamten treffe keine Mitschuld. Dem widersprach am Dienstag der Dolmetscher und Geschäftsmann Zakarias Wahbi, der den aus dem Libanon stammenden Toten und dessen Familie gut kennt. „Abbas Atris ist durch den Eingriff der Polizei bei der Festnahme getötet worden“, sagte Wahbi dem Tagesspiegel. Zeugen des Vorfalls hätten ausgesagt, dass sich drei Beamten auf den gefesselten Mann gekniet hätten, als er am Boden lag. Sie hätten ihn getreten und geschlagen, bis er kein Lebenszeichen mehr von sich gab. Dieser Darstellung widerspricht die Polizei vehement. „Mehrere Zeugen haben bestätigt, dass er von den Beamten nicht geschlagen wurde“, sagte eine Sprecherin. Die abschließende Klärung der Todesursache sei aber erst nach der vollständigen Auswertung der Obduktionsergebnisse möglich. Gegen die drei beteiligten Polizisten wurde ein Ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Tötung eingeleitet. lvt

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