Berlin : 330 Flaschen Champagner zum Dinner

Wenn Franzosen in Reims, der Hauptstadt der Champagne, Champagner trinken, dann nennen sie ihn schlicht: Wein. Das erzählte Nathalie Vranken am Donnerstag aus Anlass der Eröffnung der Berliner Dependance des Hauses „Pommery“ in der Mohrenstraße. Dem Unternehmen steht sie gemeinsam mit ihrem Mann Paul-Francois seit neun Jahren vor.

Die Filiale passt ganz gut in die Stadt, denn in Berlin wurde der Legende nach auch der Begriff Sekt erfunden. Und zwar vom Schauspieler Ludwig Devrient, der um 1870 seine Vorliebe für Champagner gern verhüllte, indem er in der Weinstube „Lutter & Wegner“ am Gendarmenmarkt „Sack“ bestellte. So wurde damals der spanische Portwein genannt. Er bekam Champagner – und das Wort mutierte zum „Sekt“. Seit dem Ende des Ersten Weltkriegs darf Champagner nur noch heißen, was wirklich aus der Champagne kommt. Dennoch war es ein Zufall, dass am Donnerstagabend parallel gefeiert wurde. Josef Laggner, der 1997 „Lutter & Wegner am Gendarmenmarkt“ wiedereröffnete, hatte rund 500 Gäste in den Internationalen Club in Westend geladen, um das 200-jährige Jubiläum des Hauses zu feiern, nach dem längst auch ein Sekt benannt ist.

Nathalie und Paul-Francois Vranken erwarteten in der französischen Botschaft am Pariser Platz zusammen mit Botschafter Maurice Gourdault-Montagne 175 Gäste, darunter Schauspielerin Iris Berben, die Designer Michael Michalsky und Jette Joop und Verleger Florian Langenscheidt zum Dinner. Jährlich produziert Pommery 21 Millionen Flaschen, 15 Prozent davon gehen nach Deutschland. Auf die Frage, wie viele Flaschen sie für das Berliner Dinner eingeplant habe, lächelte Madame Vranken fein: Normalerweise eine Flasche pro Gast, also 175, großzügig gerechnet vielleicht 330 Flaschen, und da man in Berlin sei, könne man alles auch getrost noch mal mit drei multiplizieren.

Den Berlinern schmecke der Champagner halt, beeilte sich ihr Deutschland-Chef Thomas Wirz hinzuzufügen. Tatsächlich habe Berlin seit drei Jahren München als Hauptstadt des Champagners abgelöst. Nicht deshalb sei man hergekommen, sondern weil es hier die Impulse gibt, durch Politik und Kunst. Sicher hat die Zunahme der Mode- und Filmpartys den Konsum an der Spree in die Höhe schnellen lassen. Models und Stars scheinen sich mit Champagner gern für den Mangel an Schokolade zu entschädigen. Bi

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