35. Marathon : Als Erste sind die Kinder im Ziel

Fast 50.000 Läufer, Skater und Rollstuhlfahrer sind am Wochenende unterwegs. Für über 9500 Schüler fiel um 15:50 Uhr der Startschuss zum Mini-Marathon.

Anja Brandt
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Los geht's: Die ersten Wettbewerbe des 35. Berlin-Marathons starteten am Samstag. -Foto: dpa

Die blauen Streifen kündigen es schon seit einigen Tagen an, jetzt ist es so weit: Der Berlin-Marathon 2008 ist da. Während der Hauptlauf morgen startet, sind heute schon die Kinder unterwegs. Um 14 Uhr starten Teilnehmer bis zum Alter von zehn Jahren beim Bambini-Lauf auf dem Gelände der Sport- und Gesundheitsmesse Berlin Vital, im Kabelwerk, Gartenfelder Straße 28 in Spandau. Um 15.50 Uhr geht es für 9500 Schüler ab Klasse vier auf der Potsdamer Straße beim 20. „Mini-Marathon“ los. 4,2195 Kilometer haben sie vor sich – ein Zehntel der Original-Marathonstrecke. Um 16 Uhr fällt der Startschuss für die Skater.

Die klassischen 42,195 Kilometer legen morgen dann mehr als 48 000 Läufer und Rollstuhlfahrer zurück. Start ist wie in jedem Jahr auf der Straße des 17. Juni. Durch Mitte, Charlottenburg, Wilmersdorf, Friedrichshain, Kreuzberg, Neukölln, Tempelhof, Schöneberg, Zehlendorf und Steglitz geht es zum Brandenburger Tor.

Der neunjährige Viktor Labitzke ist einer der 9500 Schüler, die am heutigen Sonnabend beim Mini-Marathon mitlaufen. Seinen blauen Sportdress trägt er schon Tage vorher, so groß ist die Vorfreude. Viktor ist Viertklässler an der katholischen Grund- und Oberschule Salvator in Waidmannslust. 200 Mädchen und Jungen schickt sie ins Rennen, es ist die teilnehmerstärkste Gruppe beim diesjährigen Mini-Marathon, der von Senatsbildungsverwaltung und dem Sport-Club Charlottenburg e.V., SCC-Running veranstaltet wird.

An den Start gehen Schüler ab der 4. Klasse entweder in zwölfköpfigen Klassenteams oder einzeln. Über 330 Berliner Schulen haben sich angemeldet. Auch aus dem Bundesgebiet kommen Mannschaften, und vereinzelt haben sogar Kinder aus Polen, Dänemark, Irland und Frankreich ihre Eltern zum Marathon-Wochenende in Berlin überredet.

„Das Laufen macht einfach total viel Spaß“, sagt Elisa Beteta-Hackel, Neuntklässlerin an der Salvator. Auch in ihrer Freizeit läuft die 14-Jährige. „Nach einer Runde Joggen fallen mir die Hausaufgaben viel leichter“, sagt sie.

Wie bei den Großen misst ein Chip die Zeit jedes einzelnen Läufers. Am Ende werden die Ergebnisse der zehn besten Teammitglieder addiert: Zehn Mal 4,2195 Kilometer – zusammengenommen sind die Kleinen also einen „richtigen“ Marathon gelaufen.

Birgit Köster ist Sportlehrerin an der Salvator und verantwortlich für die Laufbegeisterung an ihrer Schule. „Vor fünf Jahren habe ich den Mini-Marathon auf die Initiative einer Mutter hin als Pilotpojekt gestartet“, erzählt Köster.

Auch der 11-jährige Lorenz Kloss ist heute dabei. „Es ist echt toll, mit so vielen anderen zu laufen“, sagt er. Ums Gewinnen gehe es ihnen nicht. „Es ist das ganze Drumherum“, sagen die Schüler einstimmig, „und die vielen Leute, die einen anfeuern.“ Etwas Ehrgeiz ist aber auch im Spiel: „Klar wollen wir uns verbessern.“ Und in noch einem Punkt sind sich die Kinder einig: „Die Kekse sind total lecker.“

Weitere Informationen im Internet: 35. Berlin-Marathon

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