Berlin : 363 Menschen wurden 2012 abgeschoben

In der heftigen Debatte um den Umgang mit Asylbewerbern gibt es nun neue Zahlen aus der Senatsinnenverwaltung. Danach wurden im Jahr 2012 insgesamt 363 Menschen aus Berlin abgeschoben, 329 in ihre Heimatländer, alle weiteren in sogenannte Drittstaaten innerhalb der Europäischen Union (EU), wo sie aus Sicht der deutschen Behörden in Sicherheit leben können. Nach dieser „Drittstaatenregelung“ werden Asylsuchende, die schon in einem anderen EU-Land einen Antrag gestellt haben und danach in die Bundesrepublik weitergereist sind, in diese Länder zurückgeschickt.

Diese Zahlen teilte die Behörde in ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Piraten im Abgeordnetenhaus mit. Insgesamt stammen die Abgeschobenen aus mehr als 50 Ländern, besonders viele zurückgeschickte Antragsteller kamen aus Vietnam, Serbien und der Ukraine. Im Jahr 2012 kamen rund 8200 Asylbewerber nach Berlin, damit hat sich die Zahl der Bewerber gegenüber dem Vorjahr beinahe verdoppelt.

Wie berichtet, sind nur noch wenige der insgesamt 6274 Plätze in den 29 Berliner Unterkünften für Asylbewerber frei. Viele Flüchtlinge schlafen bereits auf provisorischen Feldbetten. Die meisten müssen ihre Hoffnung auf eine Aufnahme in Deutschland allerdings aufgeben. Gerade einmal 1,2 Prozent der Antragsteller wurden als Asylberechtigte im Jahr 2012 von Deutschland anerkannt. Erst am vergangenen Dienstag protestierten zahlreiche Menschen gegen die Abschiebung eines Mannes nach Pakistan. Sie blockierten kurzzeitig die Zufahrt zum Flughafen Tegel, so dass Fluggäste die letzten Meter zum Terminal zu Fuß zurücklegen mussten. CS

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