Berlin : 37 Zeilen für Schwerk

NAME

Beinahe wäre noch das Schaufenster der Buchhandlung „Divan“ in der Reichsstraße in Charlottenburg leergeräumt worden, um Platz zu schaffen für mehr als 130 Tagesspiegel-Leser, die am Donnerstagabend Ekkehard Schwerk – den Mann der 99 Zeilen – mal live erleben wollten. Immerhin ist Schwerks neuestes Buch gerade herausgekommen: mit einer Auswahl seiner besten jeweils 99 Zeilen langen Stadtspaziergänge, die sonntags im Tagesspiegel erscheinen. Außerdem macht der Titel „Gott der Gerechte. Berlin geht pleite!“ neugierig. Und schließlich lud der Transit-Verlag zur ersten Lesung mit „-erk“ ein – so Schwerks Kürzel als Tagesspiegel-Redakteur. Transit-Verleger Rainer Nitsche machte klar, warum er das Buch mit „vollem Herzen“ herausgebracht hat: „-erk ist einer der letzten klassischen Berliner Flaneure; viele seiner Fans wünschen sich schon lange, diese unterhaltsamen und nachdenklichen 99 Zeilen Schwerk mal gesammelt in die Hand zu bekommen.“ Als Lesegenuss – und zum Vorlesen, denn auch dafür eignen sie sich bestens, wie Schwerk demonstrierte. Gut zwei Meter hoch war der Bücherstapel, den er anschließend signierte, bis ihm die Hand schmerzte. Aber das war noch keineswegs die größte Überraschung für ihn. Eine noch weitaus erfreulichere schenkte ihm seine 90-jährige Leserin Elisabeth Golz aus Grunewald. Unerwartet hielt sie eine Laudatio auf seine „Kleinodien des Journalismus“ und fand nur eines jammerschade: dass -erk in Pension geht. Ende September wird er seine letzten „99 Zeilen Schwerk“ veröffentlichen. cs

0 Kommentare

Neuester Kommentar