Berlin : 39-Jähriger gesteht tödlichen Schuss auf Polizisten

Mord an Hauptkommissar Uwe Lieschied aufgeklärt DNA-Probe und Zeugen halfen bei den Ermittlungen

Tanja Buntrock

Der Mord an dem Polizisten Uwe Lieschied ist aufgeklärt. In der Nacht zu Sonnabend hat die Polizei in der Weddinger Schulstraße drei Türken aus Neukölln im Alter von 39, 30 und 28 Jahren festgenommen. Die beiden älteren stehen im dringenden Verdacht, an den Schüssen auf den 42-jährigen Hauptkommissar am 17. März beteiligt gewesen zu sein. Der Älteste hat die Tat mittlerweile gestanden, auch die Tatwaffe wurde gefunden. Der jüngste der drei Männer war nur zufällig bei der Festnahme dabei und wurde wieder entlassen.

Die Umstände wurden gestern Nachmittag im Polizeipräsidium am Platz der Luftbrücke mitgeteilt, anwesend waren unter anderem Polizeipräsident Dieter Glietsch, der Chef der Mordkommissionen André Rauhut und Generalstaatsanwalt Hansjürgen Karge. Demnach waren die beiden Tatverdächtigen längere Zeit observiert worden, bevor am Sonnabend kurz nach Mitternacht ein Spezialeinsatzkommando zugriff. Beide Männer wurden gestern wegen schweren Raubes und gemeinschaftlichen Mordes einem Haftrichter vorgeführt.

Bei dem mutmaßlichen Todesschützen handelt es sich um den 39-jährigen Memet E., bei seinem Komplizen um den 30 Jahre alten Yusuf K. Beide wohnen in Neukölln, sind arbeitslos und waren schon einmal als Gewalttäter polizeilich aufgefallen, haben aber offenbar keine Kontakte zur Drogenszene. Im Rahmen der Großfahndung war man Mitte der Woche auf die beiden Männer aufmerksam geworden und hatte sie observiert.

Nach den bisherigen Ermittlungen hatten die beiden Täter vor den tödlichen Schüssen eine 51-jährige Frau in der Neuköllner Flughafenstraße überfallen und ihr die Handtasche geraubt, die dann später in der Hasenheide gefunden wurde. Zur Ermittlung der Täter habe „ein Zusammenspiel von Zeugenaussagen und DNA-Untersuchungsergebnissen“ geführt, sagte Chefermittler Rauhut. Da es über die beiden Täter zuvor keine genetischen Daten gab, wurden möglicherweise entsprechende Proben an der Handtasche gefunden und mit Proben der beiden Männer verglichen, was die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen aber nicht kommentieren wollte.

Unter dem Druck der Indizien hat der Todesschütze die Tat gestern gestanden und die Beamten am Nachmittag auch zu der Waffe geführt. Sie war am Rande des Wannsees vergraben worden. Auch bei dem dritten Mann, dem 28-jährigen Aslan S., der sich bei der Festnahme wehrte und leicht verletzt wurde, war eine Schusswaffe gefunden worden.

Auf der Pressekonferenz bedankte sich die Polizei für die vielen Hinweise, die zur Aufdeckung des Verbrechens geführt hatten. Die Witwe des Ermordeten sei bereits informiert worden und habe erleichtert auf die Nachricht reagiert. Der erschossene Polizist soll am kommenden Freitag in Neukölln beigesetzt werden.

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