Berlin : 4. Januar 1978

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Vor 25 Jahren berichteten wir:

BERLINER CHRONIK

Mancher Kinobesucher beginnt unruhig auf seinem Stuhl hin und her zu rutschen, wenn oben auf der Leinwand gerade „der Geschmack von Freiheit und Abenteuer“ gepriesen wird, den eine bestimmte Zigarettenmarke verspricht. Allzu lange nämlich wartet er bereits auf den Beginn des Hauptfilms, dessentwegen er das Kino aufgesucht hat und an der Kasse acht Mark entrichtet hat. Statt dessen muß er seit zehn Minuten Werbung über sich ergehen lassen. Filmtheaterleiter, auf den Unwillen mancher Kinogänger über allzu ausgedehnten Werbevorspann angesprochen, verweisen auf langfristige Verträge, die sie an die Werbefirmen binden. Ihre Einhaltung würden die KinoreklameGesellschaften überwachen, so daß Theaterbesitzer auch nicht von sich aus Werbefilme oder -dias weglassen könnten. Eine Mutter hatte beispielsweise Anstoß daran genommen, daß in der 18-Uhr-Vorstellung eines Kinderfilms „mindestens drei ausführlliche Zigarettenreklame-Filme“ gezeigt wurden; und das vor einem Publikum, „das bis zu drei Vierteln aus Kindern“ bestand.

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