Berlin : 40-Jähriger soll führender Kopf der "Revolutionären Zellen" sein

Die Bundesanwaltschaft hat gestern einen 40-jährigen Berliner festgenommen, der einer der führenden Köpfe in der Berliner Zelle der bundesweiten Organisation "Revolutionären Zellen" (RZ) gewesen sein soll. Tarek Mohamad Ali M. sei von Anfang 1986 bis Ende 1996 Mitglied der Berliner RZ und dabei an mehreren Anschlägen beteiligt gewesen. Die Bundesanwaltschaft durchsuchte gestern vier Gebäude, die der Mann regelmäßig benutzte, sowie vier Wohnungen von Kontaktpersonen. Fünf der Häuser lagen in Berlin, zwei in Brandenburg und eins in Sachsen-Anhalt.

M. habe an den Anschlägen auf den Leiter der Ausländerbehörde, Harald Hollenberg, am 28. Oktober 1986 und auf den Richter am Bundesverwaltungsgericht, Günter Korbmacher am 1. September 1987 mitgewirkt. Korbmacher und Hollenberg waren durch Schüsse verletzt worden. Die RZ hatten die Anschläge mit der Asylpolitik begründet. Beide Straftaten sind verjährt. Außerdem sei M. bei einem Sprengstoffanschlag auf die Zentrale Sozialhilfestelle für Asylbewerber am 6. Februar 1987 beteiligt gewesen. Im Frühjahr 1995 soll der Kampfsportlehrer zudem für die RZ in einem von ihm gemieteten Keller in Prenzlauer Berg etwa zehn Kilogramm des gewerblichen Sprengstoffs Gelamon 40 sowie Sprengkapseln aufbewahrt haben.

Die Bundesanwalschaft hatte M. bereits am 19. Mai wegen Verdachts der Unterstützung der "RZ" festgenommen, am 7. Juli aber unter Auflagen aus der Untersuchungshaft entlassen worden. An der Durchsuchungsaktion waren drei Staatsanwälte, 90 Beamte des BKA, der GSG 9 sowie des Landeskriminalamtes Berlin beteiligt.

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