Berlin : 4000 Lehrer im Warnstreik

Protestaktionen gegen Schulpolitik am bundesweiten Tag der Bildung

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In etlichen Berliner Schulklassen fiel gestern der Unterricht in den ersten beiden Stunden aus. Rund 4000 Lehrer beteiligten sich am Freitag nach Angaben der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) an einem Warnstreik. Größere Probleme bei der Betreuung der Schulkinder wurden nicht bekannt. In manchen Fällen hatten die Lehrer in den vergangenen Tagen Rundschreiben der GEW verteilt und um Verständnis für den Warnstreik gebeten. Mehrere tausend Menschen folgten am Nachmittag dem Aufruf des Aktionsbündnisses für Bildung zu einer Demonstration, die vom Roten Rathaus zum Brandenburger Tor führte.

Die Beteiligung am Warnstreik war sehr unterschiedlich. Während an manchen Schulen der Unterricht wie gewöhnlich stattfand, war der Aufruf an anderen Schulen auf ein breites Echo gestoßen. Nach Angaben von GEWChef Ulrich Thöne war die Beteiligung im Westteil der Stadt größer als im Osten. Die Lehrer versammelten sich an elf Kundgebungsorten. Mit dem Warnstreik wollte die GEW den Senat auffordern, die Erhöhung der Pflichtstunden zurückzunehmen und einen Tarifvertrag abzuschließen.

Von der Solling-Hauptschule in Tempelhof hatte sich ein Viertel des Kollegiums zu einer Kundgebung vor dem Tempelhofer Rathaus versammelt. Auch hier war der Unmut über die Senatspolitik groß. „Mit jeder Stunde, die wir mehr unterrichten müssen, leidet die Qualität“, sagte ein Lehrer. sve/sik

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