Berlin : 42.800 Wohnungen warten auf Mieter - vor allem in den Ost-Bezirken

C. v. L.

Beim Wohnungsleerstand zeigt die Kurve weiterhin nach oben. Wie der Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen (BBU) gestern mitteilte, stehen von den insgesamt 815.000 Wohnungen seiner Berliner Mitgliedsunternehmen 42.800 leer, davon allein 34.400 in den östlichen Bezirken. Vermietungsschwierigkeiten sind der Hauptgrund. In den östlichen Bezirken gilt das für fast 18.000 Wohnungen, in den westlichen für 5600. Ein Engpass auf dem Berliner Wohnungsmarkt sei jedenfalls kurz- oder mittelfristig nicht zu erwarten, zu Verknappungen könne es allerdings in Teilbereichen kommen, wie zum Beispiel bei Vierzimmerwohnungen in guter Lage.

Die besonders im Ostteil gravierenden Vermietungsschwierigkeiten hätten mit der "Platte" speziell nichts zu tun, betonte BBU-Sprecherin Christa Fluhr. Das Problem betreffe querbeet Neu- und Altbaubestände in nicht so attraktiven Gegenden, Erdgeschoss-Wohnungen, aber auch Plattenbauwohnungen ab fünftem Stockwerk ohne Aufzug. Ferner teilte der Verband mit, dass es im vergangenen Jahr Mietausfälle und Mietschulden von 333 Millionen Mark gab, 24 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Mit 166 Millionen Mark stiegen die Mietschulden in den Ostbezirken um 23 Prozent.

Der BBU hatte gestern aber auch gute Nachrichten zu vermelden. So haben die Abschaffung der Fehlbelegungsabgabe und die Aufhebung der Belegungsbindung für Sozialwohnungen in 16 Gebieten "zu ersten Entspannungstendenzen geführt". Der Senat hatte für Mieter oberhalb der Einkommensgrenzen des Sozialen Wohnungsbaus Zuzugs- und Bleibeanreize schaffen wollen. Nach Angaben des BBU haben sich für die zum Teil problematischen Wohngebiete durchaus Mieter finden lassen, die diesen Quartieren zu einer besseren sozialen Mischung verholfen hätten.

Positiv hervorzuheben seien insbesondere die Quartiere Brunnenstraße in Wedding, Sonnenallee und Rollbergsiedlung in Neukölln sowie die Autobahnüberbauung Schlangenbader Straße in Wilmersdorf. Um die ersten Erfolge nicht in ihrem Keim zu ersticken, sollte die Befristung der Freistellung bis zum 31. März 2001 dringend aufgehoben werden, forderte Verbandsvorstand Ludwig Burkardt.

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