Berlin : 500 Menschen demonstrierten gegen Marsch der Neonazis

-

Zumindest in Wort und Bild war der Protest allgegenwärtig. An beinahe jedem Baum und jeder Laterne hing ein Plakat „Berlin gegen Nazis“, direkt am Startplatz der Neonazi-Demonstration in Treptow flatterte ein haushohes Transparent an einer Fassade. Doch Menschen kamen gestern nicht so viele wie erwartet nach Treptow, und schon gar nicht genug, um den Marsch von gerade einmal 130 Rechtsextremisten zu stoppen. Dies war in diesem Jahr bereits drei Mal durch die bloße Anwesenheit von vielen Tausend Gegendemonstranten gelungen: im Mai in Berlin, im November in Halbe und in Potsdam. Gut 500 Menschen beteiligten sich mittags an der zentralen Gegenkundgebung am Sterndamm.

Die Polizei war umso zahlreicher erschienen. Mehr als 1000 Beamte begleiteten den kilometerlangen Marsch unter dem Motto „Jugend braucht Perspektiven“. Einige Male wurden nach Angaben von Einsatzleiter Michael Knape kleinere linke Protest-Blockaden auf der rechten Route aufgelöst, zur direkten Konfrontation kam es nicht. Die Polizei nahm zwei Rechte und einen Linken vorläufig fest, weil sie gegen das Versammlungsgesetz verstießen beziehungsweise verfassungswidrige Symbole bei sich trugen.

Die Demo für ein „Nationales Jugendzentrum“ findet seit drei Jahren immer Anfang Dezember in Treptow-Köpenick statt. Die Veranstalter hatten 200 „Kameraden“ erwartet. Es kamen nur 130 – und keine prominenten Szenegrößen. Der bundesweit bekannte Rechte Christian Worch aus Hamburg, der 2004 in Treptow dabei war, hatte gestern zwei eigene Demos in Süddeutschland angemeldet. Als Redner der Rechten betätigte sich vor allem der Ex-Berliner Lutz Giesen. Unklar blieben die Hintergründe eines Vorfalls vom Freitagabend. Unbekannte hatten in Prenzlauer Berg die Wohnungstür von Sebastian Schmidtke, dem Anmelder der Demo, eingeschlagen. Schmidtke hatte dies bei der Polizei angezeigt. Hinweise auf die Täter gibt es nicht. Ha

» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben