• 563 neue Lehrer – und 3000 unerwartete Erstklässler Prognosen der Schulplaner wurden damit weit übertroffen. Mehr als 1400 Pädagogen sind wegen des Mega-Jahrgangs versetzt worden

Berlin : 563 neue Lehrer – und 3000 unerwartete Erstklässler Prognosen der Schulplaner wurden damit weit übertroffen. Mehr als 1400 Pädagogen sind wegen des Mega-Jahrgangs versetzt worden

Susanne Vieth-Entus

Mit diesem Ansturm auf die Schulen hat keiner gerechnet: Statt der erwarteten 38 000 Erstklässler werden nun sogar 41 000 ihre Schultüten packen. Diese neue Zahl gab gestern Bildungssenator Klaus Böger (SPD) bekannt. Gleichzeitig bekräftigte er noch einmal, dass es genug Lehrer gebe und für die Schulen „keinen Anlass zur Sorge und zur Verunsicherung“ bestehe. Böger wies die Bedenken von Eltern, Lehrern und der Opposition zurück, die vor einer Überforderung der Schulen infolge der vielen Reformvorhaben und der vielen Erstklässler warnen.

Um die neuen Schüler versorgen und die Lücke ausgleichen zu können, die durch die Pensionierung von Lehrern entstanden ist, wurden 1445 Pädagogen versetzt und 563 junge Lehrer eingestellt. Von diesen neuen Lehrern kommen 173 an Grundschulen, 164 an Berufsschulen und 93 an Gymnasien. 250 Lehrer wechseln von Oberschulen an Grundschulen. Dort sollen sie vor allem in den fünften und sechsten Klassen eingesetzt werden, in denen der naturwissenschaftliche Unterricht weiter ausgebaut wird.

Wie schwer sich das Schuljahr planen ließ und wie knapp die Zeit war, sieht man daran, dass erst gestern die letzten Arbeitsverträge unterschrieben wurden. Die Bildungsverwaltung wies allerdings die Behauptung der FDP zurück, wonach „viele Lehrer“ erst wenige Tage vor Schulbeginn erfahren hätten, dass sie versetzt werden. Die Lehrer seien „bis zum Beginn der Ferien informiert worden“, widersprach Bögers Sprecher der FDP-Abgeordneten Mieke Senftleben.

Laut Böger sind inzwischen auch alle 3700 Erzieherinnen in ihren Horten. Rund die Hälfte von ihnen wurde in den Ferien von den Kitas in die Schulen versetzt. Zudem können zwei Drittel der rund 600 ehemaligen Vorklassenleiterinnen an ihren Schulen bleiben.

Böger wies den Vorwurf zurück, dass sich an vielen Schulen die Bauarbeiten verzögerten. Ihm seien nur Einzelfälle bekannt. Allerdings gebe es Lieferschwierigkeiten bei neuen Schulmöbeln. Da müssten die Schulleiter Übergangsregelungen finden. Der Senator reagierte auch auf Berichte, wonach rund 10 000 Kinder bis zuletzt noch keine Hortverträge hatten oder noch nicht einmal von den Eltern vorgemerkt waren. Sie sollten am Montag nicht nach Hause geschickt werden, wünscht sich Böger.

Warum die Zahl der Erstklässler jetzt um 3000 höher liegt als erwartet, lässt sich nicht genau sagen. Die alten Zahlen hätten auf Prognosen beruht, jetzt gebe es neuere Zahlen aus den Bezirken, so der Senator. Allerdings dämpfte er die Freude über die vielen Kinder gleich wieder. Bis 2015 schrumpfe die Schülerzahl weiter, und zwar um 40 000 auf 290 000. Nur in diesem Jahr steige die Zahl. Wegen der vorgezogenen Schulpflicht mit fünfeinhalb Jahren kommt ein anderthalbfacher Jahrgang in die Schule.

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