Berlin : 6. Juni 1977

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BERLINER CHRONIK

73 Altglas-Sammelbehälter einer Recycling-Firma stehen inzwischen auf den Straßen. Die meisten sind mit Kunststoff ausgekleidet, damit die berstenden Flaschen nicht die Nerven der Anwohner strapazieren können. Denn bereits früh um fünf, wenn sie zur Arbeit fahren, laden viele Berliner ihre alten Flaschen ins Auto und werfen sie unterwegs in einen günstig aufgestellten Container. Sogar nachts sind manche auf privater Abfall-Tour und füllen die Sammelbehälter. Am Tempelhofer Damm sind deshalb zwei Behälter nach kurzer Zeit wieder verschwunden, weil die Mieter sich belästigt fühlten. Die Glas-Recycling GmbH, die wöchentlich einmal etwa eine Tonne Scherben pro Behälter abholt und sie Mitte Juni erstmals nach Nienburg an der Weser verschifft, macht in Berlin bessere Erfahrungen als in westdeutschen Städten: „Die Umgebung der Sammelbehälter ist in der Regel sauber; und die Container werden auch nicht als Mülleimer benutzt. Wenn sie voll sind, stellen die Leute ihre Flaschen säuberlich daneben oder obendrauf."

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