60 Jahre Grundgesetz : Fete mit Zeltstadt und Rockmusik

Nach dem hektischen Aufbau dreht sich am Sonnabend auf der Straße des 17. Juni alles ums Grundgesetz.

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„Und ganz viele Menschen sind dann hier auf die Mauer geklettert.“ Am Freitagmittag erklärt ein Vater am Brandenburger Tor seinen beiden Töchtern im Grundschulalter den 9. November 1989. „Die Mauer verlief hier“, sagt er und zeigt die Ebertstraße entlang. Die beiden Mädchen schauen skeptisch. Das Brandenburger Tor wird um diese Zeit schon von der Doppelbühne flankiert, auf der am Sonnabend unter anderem Thomas Gottschalk moderieren soll. Entlang der Ebertstraße schleppen Männer in schwarzen T-Shirts schweres Material, Lastwagen versuchen, sich ihren Weg zu bahnen, der Soundcheck dröhnt.

Vielleicht herrscht derzeit am Brandenburger Tor zu viel geschäftige Gegenwart für eine effektive Geschichtsstunde. Am Sonnabend aber sollen Gegenwart und Geschichte nach dem Willen der Bundesregierung beim großen Fest zum 60. Geburtstag des Grundgesetzes auf der Straße des 17. Juni zusammentreffen.

In insgesamt 81 Zelten präsentieren sich von 10 bis 22 Uhr zwischen Brandenburger Tor und Kleinem Stern die 16 Bundesländer und zahlreiche soziale und gesellschaftliche Institutionen. Das Bundesfinanzministerium ist ebenso vertreten wie das Fraunhofer-Institut, der Bundestag ebenso wie der Deutsche Industrie- und Handelskammertag. Auch einige europäische Nachbarländer sind dabei. Mehrere Ausstellungen, unter anderem am Pariser Platz und auf dem Mittelstreifen der Straße des 17. Juni, beleuchten die bundesdeutsche Geschichte.

In einem Bus, der unweit vom Brandenburger Tor auf dem Stellplatz Nummer 7 parkt, geht es um die Wende aus sächsischer Sicht. „Unser Aufbruch“ steht auf dem ausgedienten Kölner Linienbus, der im Auftrag der Sächsischen Staatskanzlei und des sächsischen Landesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen schon seit Anfang Mai in Sachen Geschichte unterwegs ist. Vor allem anhand von Zeitzeugenberichten wird hier die Friedliche Revolution vermittelt. Schräg gegenüber, im Israel-Zelt, packt am Freitagmittag eine Mitarbeiterin Informationsmaterial aus Kisten aus. Israel will das Bürgerfest nutzen, um Werbung bei deutschen Urlaubern zu machen. Am Sonnabend werden israelische Diplomaten im Zelt anwesend sein, israelische Orangen werden verschenkt.

In Nachbarschaft zum Israel-Zelt steht der imposante Festauftritt des Bundestags. Rundum verglast, wurde für die Volksvertreter praktisch ein kleines Gebäude geschaffen. Alle halbe Stunde kann hier im Rollenspiel die Arbeitsweise des Bundestages getestet werden. Rustikaler gestaltet ist der Auftritt des Landes Brandenburg. Brandenburg wird sich als Urlaubs- und Ausflugsland präsentieren und seine landwirtschaftlichen Produkte bewerben, erklärt Udo Koch, in der brandenburgischen Staatskanzlei für Veranstaltungen zuständig. Das heißt: Säfte aus Werder, Gurken aus dem Spreewald und natürlich Beelitzer Spargel.

Ein Flyer, auf dem alle Zelte verzeichnet sind und auf dem auch das Programm der drei Bürgerfestbühnen mit Rock, Pop und Klassik steht, ist an verschiedenen Orten auf dem Festgelände erhältlich und wird von den Sicherheitsleuten verteilt. Zugänge zur Festmeile gibt es über alle Wege durch den Tiergarten, vom Potsdamer Platz und von Unter den Linden. Nur zum Reichstag hin ist das Festgelände wegen der Bundespräsidentenwahl zeitweise abgesperrt. as

Informationen zu allen 81 Ausstellern gibt es im Netz unter www.buergerfest-2009.de

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