Berlin : 67 Rehazentren im Vergleich

Tagesspiegel-Serie zeigt bei 40 Krankheiten zum Teil große Unterschiede bei Qualität und Fallzahlen

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Die Gesundheitsregion Berlin-Brandenburg ist einen weiteren Schritt auf dem Weg zu einer umfassenden Transparenz vorangekommen. Die Serie Rehaführer Berlin-Brandenburg, die heute endet, fügt der Kette der bisher veröffentlichten Gesundheitsvergleichen von Tagesspiegel und Gesundheitsstadt Berlin ein weiteres Glied hinzu. Nun können Patienten und auch Ärzte alle Schritte von komplexen Behandlungen vom niedergelassenen Arzt über die Kliniktherapie bis hin zur Reha mit den am besten passenden Einrichtungen durchplanen.

Nehmen wir das Beispiel Darmkrebs: Im Arztpraxenführer Berlin können Interessierte nachschlagen, welche niedergelassene Mediziner in Berlin Koloskopien – also Untersuchungen und Behandlungen zur Vorbeugung gegen Darmkrebs – durchführen, in welcher Zahl sie das tun und mit welchem Renommee. Muss eine Behandlung gegen einen bereits entstandenen Tumor in dem Verdauungsorgan erfolgen, kann man im Klinikführer Berlin recherchieren, welches Krankenhaus in Berlin die meiste Erfahrung mit Darmkrebsoperationen hat und dafür von Ärzten am häufigsten empfohlen wird. Und im Rehafüher schließlich finden sich die Informationen, welche Nachsorgeeinrichtungen sich in Berlin und Brandenburg um Darmkrebspatienten kümmern.

Ähnlich vollständig ist nun die Kette für Herzinfarkt, Bypassoperationen, Diabetes Typ I und andere.

In einer bundesweit einmaligen Vollständigkeit haben sich die Rehabilitationskliniken der Region einem Vergleich nach Behandlungszahlen und Qualitätsdaten gestellt. In den vergangenen vier Wochen haben wir 67 Rehazentren vorgestellt, in denen jährlich insgesamt rund 93 000 Patienten rehabilitiert werden. Von diesen haben wir 40 Krankheitsbilder, die Rehamaßnahmen notwendig machen, beschrieben und die Einrichtungen in den Tabellen vergleichend dargestellt. Allein bei diesen Krankheitsbildern haben die Kliniken im Jahr 2010 rund 63 000 Patienten rehabilitiert, der Rehaführer deckt also gut zwei Drittel aller Fälle ab.

Dabei zeigten sich große Unterschiede sowohl bei der Zahl der behandelten Patienten als auch bei den von der Rentenversicherung erhobenen Qualitätsdaten.

Zum Beispiel bei den Patienten, denen ein künstliches Kniegelenk eingesetzt wurde. Bei den stationären Rehakliniken reicht die Spanne bei der jährlichen Patientenzahl von 149 bis 1330. Bei den ambulanten Einrichtungen, die in der Regel kleiner sind und deshalb auch entsprechend weniger Patienten behandeln, reicht diese Spanne von zehn bis 180. Und auch bei der Qualität gibt es durchaus sichtbare Unterschiede. So beurteilten die Knie-Patienten die Reha mit Schulnoten von 1,70 bis 2,32. Das beweist: Ein Vergleich vor der Wahl der geeigneten Rehaeinrichtung ist also sinnvoll.

So wie schon bei unseren früheren Serien erreichten uns auch jetzt wieder zahlreiche Anfragen, ob und wann es die Reha-Serie in zusammengefasster Form geben wird. Und ja, es wird die Reihe nun auch als Buch geben. Bereits im Dezember erscheint der „Rehaführer Berlin-Brandenburg 2012“, der alle Folgen in handlicher Form zusammenführt – und erweitert. So werden in dem Buch die Rehakliniken ausführlicher im Porträt vorgestellt, als es aus Platzgründen in der Zeitungsserie möglich war. Dort werden dann nicht nur die Fotos und Kontaktdaten zu finden sein, sondern auch Angaben zu Patientenzahlen, zu besonderen Therapieangeboten, zu den Ausstattungsmerkmalen – also etwa ob sich ein Schwimmbad auf dem Gelände befindet, eine Bibliothek oder ein Lebensmittelgeschäft – wie hoch die Telefon- oder Internetkosten in der Einrichtung sind und noch vieles mehr.

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